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Alpen
Heimat-Bilder im Atelierhaus

Alpen: Heimat-Bilder im Atelierhaus
"Heimat trägt man in sich, wie der Kokon die Raupe", sagt Ilona Angenendt. Sie hat die Kokons mit ihren Gedanken in einen alten Schaukasten zu einem ganz persönlichen Heimatbild zusammengestellt. Zwölf weitere Mitglieder der Künstlergemeinschaft stellen von Morgen an ihre Heimat-Werke vor. FOTO: Armin Fischer
Alpen. 13 Kunstschaffende haben ihre Heimat-Ansichten künstlerisch vielfältig umgesetzt. Von morgen an sind ihre Ergebnisse im Atelierhaus zu sehen. Von Sabine Hannemann

Dem Thema Heimat widmet sich auch die neue Ausstellung der Alpener Künstlergemeinschaft. Sie lädt dazu ein, morgen von 11 Uhr an, aus verschiedenen Perspektiven einen facettenreichen Blick auf ein spannendes Thema kennenzulernen. Ganz unterschiedliche Arbeiten in verschiedensten Techniken - von gegenständlich wie abstrakt - sind im Atelierhaus am Mühlenweg für die Gemeinschaftsausstellung zusammengetragen worden.

Beispielsweise ist für Nadine Böttcher die Plaggenhütte auf der Bönninghardt ein Stück Heimat wie auch die alte Dachpappenfabrik, die neben dem elterlichen Haus lag. Das erzählt die mitgelieferte Geschichte, die schnell den Zugang zum Bild liefert. Für Johannes "Chang" Schmitz bedeutet die knorrige Kopfweide entlang der kleinen Wasserläufe und Feldwege Heimat, die er aus der Erinnerung malt.

Jeder Kunstschaffende liefert ein anderes Kapitel. "Zwei Mal im Jahr stellen wir aus. Im Atelierhaus und dann noch mal im Rathaus", erläutert Schmitz. Bei den monatlichen Treffen kristallisiere sich das Ausstellungsthema heraus und sorge zugleich für eine Fülle an Gedanken, Ideen und Arbeitsansätzen.

"Heimat ist in uns und bedeutet für jeden etwas Anderes", sagt Ilona Angenendt. Diese sei zugleich auch eine Herausforderung, wie sie bei der Auseinandersetzung festgestellt habe und verlange nach einer Verortung der eigenen Person. "Wir leben in einer globalisierten Welt. Heimat zu benennen, hat bei mir ganz viele Gedanken freigesetzt. Heimat ist für mich ein Wohlgefühl", so das Mitglied der Künstlergemeinschaft.

Sie hat für sich einen Weg gefunden, sich eingehend mit diesem Wohlgefühl und der Standortbestimmung auseinanderzusetzen. Die Kokons der Seidenraupe boten ihr das geeignete Material. "Heimat trägt man in sich, wie der Kokon die Raupe", sagt Ilona Angenendt. In jedem der geöffneten Kokons liegt ein Zettel mit Begriffen wie Tradition, Essen, Achtung oder Vertrautheit.

"Auch Geselligkeit ist für mich mit Heimat verbunden", sagt sie und freut sich über das Kunstbehältnis an sich. "Was solch ein alter Schaukasten alles leistet." Hinzu kommen signifikante Gerüche, die sie in Weckgläser gepackt hat und die zum Schnuppern einladen. "Dieser Weichspüler wurde nur für besondere Wäsche benutzt", erzählt sie. Hinzu kommt Puddingpulver, begleitet von einer Vanillestange. Gerüche des Alltags sind für sie ein Stück liebenswerte Heimat.

Auf anderen Bildern spiegeln beispielsweise Landstriche wie der Westerwald oder der Altrhein und Blumen wie Klatschmohn das Zuhause-Gefühl wider. Kunibert Pella zeigt einen Besenbinder bei der Arbeit. Ein anderes Bild greift das aktuelle Thema Flucht auf. Menschen kehren der Heimat den Rücken.

Chang Schmitz sagt über die Bandbreite: "Heimat kann man hier lesen wie in einem Buch", so sein Fazit beim Betrachten der Arbeiten von 13 Kunstschaffenden. Ein Stück kulinarische Heimat kann morgen ab 11 Uhr zudem an der Niederrheinischen Kaffeetafel genossen werden. An den Sonntagen, 5. und 12. November, 14 bis 17 Uhr, ist das Atelierhaus, am Mühlenweg 2, ebenfalls geöffnet. Folgende Künstler stellen aus: Ilona Angenendt, Nadine Böttcher, Christel Goergen, Barbara Hendricks, Ingrid Konetzke, Thomas Krug, Monika Meurisch, Alfred Pella, Kunibert Pella, Heike Scharz, Renate Scheel, Hiltrud Schmitz und Johannes Schmitz.

Quelle: RP
 
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