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Heimat genießen - in Rheinberg
Heimelig wie in Omas Wohnzimmer

Heimat genießen - in Rheinberg: Heimelig wie in Omas Wohnzimmer
FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Echt lecker und ein gutes Gefühl: Im Kraushaus Heesenhof in Budberg schmeckt der Niederrhein wie früher. Von Nicole Maibusch

Ein deftiger Eintopf, ein Stück selbst gebackener Kuchen - das Krauthaus Heesenhof in Budberg bringt seit rund 16 Jahren ein leckeres Stück niederrheinische Heimat auf den Teller. Regional sind nicht nur die Rezepte vieler Gerichte, auch die verarbeiteten Produkte wachsen alle auf dem eigenen Hof der Familie Barten. Seit rund zehn Jahren wird das Angebot im eigenen kleinen Hofladen vermarktet.

Bei vielen Gästen des Krauthauses wecken die angebotenen Speisen Erinnerungen an vergangene Zeiten. So stehen je nach Saison unter anderem Grünkohl- oder Möhreneintopf, Endiviensalat "untereinander", "Himmel und Erde" und Wildgerichte auf der Karte. Aber auch Klassiker wie Rouladen sind im Angebot. "Wie unser Sonntagsessen früher", heißt es dann oft. Die 62-jährige Krauthaus-Chefin versteht das als Lob. Zu Recht.

Doch wer das ganze Jahr über Paletten an Obst und Gemüse erwartet, wird im Familienbetrieb Barten eines Besseren belehrt. "Im Hofladen vermarkten wir ausschließlich Produkte aus unserem Anbau. Entsprechend wird das Angebot im Café auf Saisonprodukte abgestimmt", betont Henning Barten.

Auf 3,5 Hektar wachsen Erdbeeren, auf 1,5 Hektar gedeiht zur Saison der Grünspargel. Außerdem kommen Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen und Pflaumen frisch in den Hofladen - und zur Jagdsaison Wildfleisch. Weiterverarbeitete Waren wie beispielsweise Marmelade und Wurst sind ebenfalls im Sortiment.

Darüber hinaus wird nichts hinzugekauft. "Wer also bei uns im März schon nach Erdbeeren fragt, den müssen wir enttäuschen", sagt Henning Barten. Doch die meisten Kunden wissen und schätzen genau das. Frisch vom Feld schmeckt es eben am besten. Nach Heimat eben. Dennoch gibt Barten zu: Es wird zunehmend schwieriger, mit Supermärkten und Discountern zu konkurrieren. "Die Qualität dort ist ja nicht schlecht", sagt der junge Landwirt.

Nicht zuletzt der Mindestlohn trägt dazu bei, dass spitz kalkuliert werden muss. Anbauflächen für Johannis- und Himbeeren sowie für Erdbeeren hat Barten schon verringert. Trotzdem ziehe er nicht in Erwägung, den kleinen, feinen Hofladen in einen regionalen "Vollsortimenter" zu verwandeln. "Unser Konzept, saisonal so viel zu produzieren, wie im Café verarbeitet und auf dem Hof vermarktet werden kann, geht auf", sagt Barten.

Das sieht auch Mutter Anita Barten, Chefin im Café, so. Den Besuchern für einige Stunden ein Stück Heimat zu schenken - genau das ist das Konzept des Krauthauses Heesenhof. Das schaffen Anita Barten und ihr Team nicht nur mit leckeren Gerichten. "Wir möchten, dass unsere Gäste sich wohlfühlen, nehmen uns Zeit für ein freundliches Wort oder ein kurzes Gespräch", betont Anita Barten. Die Einrichtung mit einer Kombination aus alten und neuen Möbeln, vielen Fotos und geschmackvoller Deko tut ihr Übriges. Man hat das Gefühl, in Omas Wohnzimmer zu sitzen. Ein Stück Heimat eben.

Quelle: RP
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