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Rheinberg
Hilfe für bestohlenen Motocross-Fahrer

Rheinberg: Hilfe für bestohlenen Motocross-Fahrer
Wolfgang Rulofs, André Naaf (v. l.) und Jürgen Krus (rechts) lassen ihren jungen Biker-Kollegen Vincent Gallwitz nicht hängen. Sie sammelten für ihn mehr als 300 Euro. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Dem jungen Motorrad-Sportler Vincent Gallwitz aus Borth waren zwei Maschinen und damit die sportliche Zukunft entwendet worden. Der Xantener Youngtimer-Stammtisch griff dem Kollegen jetzt mit einer Spende unter die Arme. Von Nicole Maibusch und Bernfried Paus

Die Mitglieder des Stammtisches Youngtimer Xanten sind allesamt gestandene Biker und Bikerinnen mit großem Herzen. Als Youngtimer André Naaf unlängst in der RP die betrübliche Geschichte vom jungen Motocross-Sportler Vincent Gallwitz aus Rheinberg gelesen hat, dem Diebe seine zwei Motorräder und damit die sportliche Zukunft geklaut hatten, hat ihn das nicht kalt gelassen. "Das ist so eine traurige Geschichte, dem Jungen muss man doch irgendwie helfen", dachte der 52-jährige Elektrotechniker, selbst ein leidenschaftlicher Motorradfahrer.

Gesagt, getan. Rasch schrieb er eine E-Mail an seine Kollegen, in der er die Geschichte schilderte. Dann ließ er beim nächsten Stammtisch den Helm rundgehen. Die Resonanz war riesig. "Jeder hat nach seinen Möglichkeiten gegeben. Am Ende hatten wir einen Betrag in Höhe von 310 Euro an Spenden zusammen", freut sich auch Jürgen Krus vom Stammtisch.

Die Spende haben André Naaf und seine Stammtisch-Kollegen Wolfgang Rulofs und Jürgen Krus inzwischen Vincent Gallwitz übergeben. Das Motocross-Talent will von dem Geld im Laufe des Jahres Reifen und Kettensätze bezahlen. Von der Spende, in die zuvor nur seine Mutter eingeweiht war, wurde er total überrascht und ist absolut überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Biker. Damit hatte er nie gerechnet. Es war das größte Geburtstagsgeschenk, über das er sich freuen durfte. Vincent war zwei Tage zuvor 18 Jahre alt geworden. "Big surprise. Das war der Brüller", so Youngtimer Naaf. Schenken macht so viel Spaß.

Vincent Gallwitz ist inzwischen mit einer Ersatzmaschine, die ihm zur Verfügung gestellt worden ist, in die Rennsportsaison gestartet. Somit ist auch die Teilnahme am Motocross-Lauf am 1. Mai in Kamp Lintfort auf dem Eyller Berg gesichert. "Irgendwie Anschluss halten" lautet das Motto für ihn. Die ohnmächtige Wut, die den jungen Motocross-Fahrer nach dem Diebstahl empfunden hat, können André Naaf und auch Susanne Hochstrat absolut nachvollziehen. "Gerade wer selbst an seiner Maschine schraubt, hängt doch erst Recht mit dem Herzen dran", sagt Hochstrat.

Einem Motorrad-Kollegen sei unlängst erst das Bike gestohlen worden. Früher habe man die Maschinen im nächsten Teich wiedergefunden. "Ein Dummejungenstreich", so die Bikerin. Heute habe der Diebstahl von Maschinen eine andere Qualität: "Die Motorräder werden in Einzelteile zerlegt und zu Geld gemacht. Die findet man dann eventuell auf E-Bay oder in anderen Foren wieder", so Susanne Hochstrat.

Für André Naaf, der seit seinem 18. Lebensjahr auf zwei Rädern unterwegs und heute Herr über vier Maschinen ist - zwei für die Straße und zwei Yamaha RD 350 LC für Rennstrecken - hat die Biker-Solidarität auch eine andere Seite. "Wir wollen ein positives Zeichen setzen, weil Motorradsport nicht den allerbesten Ruf hat und es in der Berichterstattung häufig nicht mal als Randnotiz wahrgenommen wird", sagt er. Deshalb sei es den Youngtimers am Stammtisch eine Herzenangelegenheit, dem jungen Motocrosser ein wenig unter die Arme zu greifen.

Quelle: RP
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