| 00.00 Uhr

Alpen
Himmlische und irdische Klänge vereint

Alpen. In Mitteleuropa treffen Harfe und Gitarre selten aufeinander. Zu unterschiedlich erscheinen die beiden Saiteninstrumente, von denen eins für meditativen Klang in himmlischen Sphären steht, das andere für Tanz in weltlichen Gefilden. Die Südeuropäer kombinieren die beiden Instrumente oft, weil sich Stimmungen und Klänge ergänzen, wie Susana Feige und Nirse González jetzt in der evangelischen Kirche zu Alpen zeigten. Dort gaben die beiden, die sich "Duo Cuerda Cantabile" nennen, ein Konzert unter dem Titel "Italienisch - Spanische Impressionen". Von Peter Gottschlich

Dabei hätten sie im Konzerttitel das Wort "lateinamerikanisch" ergänzen können. Schließlich spielten die 37-Jährige und der 35-Jährige auch Stücke aus Lateinamerika. So intonierten sie den Libertango, der zu den bekanntesten Stücken des argentinischen Tango-Nuevo-Gründers Astor Piazzolla gehört. González, der aus Venezuela stammt, trug auch die Suite Nummer 2 für Gitarre vor, die von seinem Landsmann Inocento Careño folkloristisch komponiert wurde.

Besonders bei diesem Solo konnte der Gitarrist "große Sensibilität und exzellente Technik" zeigen, die von Musikkritikern hervorgehoben wird. Nicht ohne Grund gewann er 2006 Jahren den spanischen Gitarrenwettbewerb "XL Certamen Internacional de Guitarra Franisco Tarrega", der als einer der bestbesetzten Gitarrenwettbewerbe der Welt gilt. Als er im spanischen Benicassin den ersten Platz holte, spielte er im Duo schon drei Jahre mit Susana Feige zusammen, die bis 2009 fünf Jahre lang Stipendiatin des Projektes Live-Music-Now der Yehudin-Menuhin-Organisation gewesen war.

Vor allem beim Stück Viejo Zortzico, das von Jesus Guridi im Stil baskischer Folklore für Harfe komponiert wurde, konnte sie ihr musikalisches Talent an dem himmlischen Instrument beweisen.

Bei der "Fantasia", die von Xavier Montsalvatage für Harfe und Gitarre komponiert wurde, unterstrich sie, wie gut sie und ihr Partner musikalisch harmonieren. Zusammen erzeugten sie einen Harfen- und Gitarrenklang, der 60 Zuhörer betörte und diese in einen anderen Raum mit besonderen Eindrücken entführte.

Dort bilden das himmlische und das irdische Instrument eine Einheit - wie eine Kordel, spanisch Cuerda, wie es im Namen des Duos steht. So bekamen die Musiker im Finale langen Applaus, ehe sie sich mit einer Zugabe verabschiedeten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Alpen: Himmlische und irdische Klänge vereint


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.