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Rheinberg
Historischer Name an der Fassade

Rheinberg. Am Haus Orsoyer Straße 9 in Rheinberg steht jetzt "Zu den drei Kronen". Von Uwe Plien

Werner Kehrmann, Stadtführer und Kenner der Rheinberg Historie, wirbt weiter dafür, dass immer mehr historische Häusernamen an die Gebäude geschrieben werden. Jetzt hat eine weitere Familie "angebissen": Familie Gardemann hat die Renovierung ihres Hauses Orsoyer Straße 9 dazu genutzt, den Schriftzug "Zu den drei Kronen" anbringen zu lassen. "Die Akzeptanz ist da, immer mehr Bürger sehen die Notwendigkeit, die ehemaligen historischen Namen der Häuser anzubringen", so Kehrmann. Rheinberg, so der Hobby-Historiker, habe den höchsten Denkmal-Bestand im gesamten Land, "das wiederum sagt auch klar und deutlich, wir haben eine tatsächlich historische Altstadt". Und das lasse sich durchaus vermarkten. Ziehen die Bürger bei der Anbringung der historischen Häusernamen mit, so Kehrmanns Überzeugung, dann hat Rheinberg zu den sehenswerten Denkmalen ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal. Das erkannten auch die Familien Peter und Andreas Gardemann, als sie ihr Wohnhaus an der Orsoyer Straße jetzt auffrischen ließen. Das Haus "Zu den drei Kronen", ein ehemaliges Gasthaus, hat eine lange Geschichte.

1660 erscheint das Haus in den Vermessungslisten der Stadt. Eine Besonderheit sei die Kartusche mit einem Drei-Kronen-Bild. Nur der "Kölner Dom" am Markt habe noch eine bildliche Darstellung zusätzlich zu dem Namen, so Kehrmann. "Zu den drei Kronen" ist somit das zweite Haus mit einem Bild für die Analphabeten und einem Text für die wenigen Bürger, die in der Zeit des 17. Jahrhunderts schon lesen konnten. Diese Staffelung - zuerst das Bild, dann der Name - könne im deutschsprachigen Raum bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden.

Quelle: RP
 
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