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Rheinberg
Hoffen, dass die Kehrmaschine kommt

Rheinberg: Hoffen, dass die Kehrmaschine kommt
Inge und Rolf Odenbach vor ihrem Haus an der Tulpenstraße in Alpsray. Obwohl die Kehrmaschine erst tags zuvor durch die Straße gefahren ist, liegt schon wieder alles voller Laub. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Vor allem ältere Alpsrayer wünschen sich, dass in ihrem Ort das Laub auf den Straßen häufiger entsorgt wird. Von Uwe Plien

Eigentlich wollten Inge und Rolf Odenbach aus Alpsray mal so richtig Dampf ablassen und sich beschweren. Der Grund: das viele Laub vor der Haustür. Denn das fällt in diesen Tagen reichlich von den Bäumen und wird von der Stadt nicht entsorgt. "Wir wohnen seit 45 Jahren hier an der Tulpenstraße", sagt die 79-jährige Anwohnerin. "Und wir sind wie viele unserer Nachbarn älter geworden. Da fällt es einem nicht mehr so leicht, diese Laubmassen in den Griff zu bekommen." Wobei es für die Odenbachs eine Selbstverständlichkeit ist, das eigene Grundstück und den dazugehörigen Bürgersteig samt Fahrbahnrand sauber zu halten. "Aber damit ist es ja nicht getan", sagt Rolf Odenbach.

Ein Anruf beim Dienstleistungsbetrieb brachte zunächst Ernüchterung. Dort erfuhren die Alpsrayer, dass im Ortsteil überhaupt nicht gekehrt werde und man die Kehrmaschine auch nicht mal eben zwischendurch dorthin schicken könne. Doch dann kam plötzlich die Wende. Inge Odenbach: "Die Kehrmaschine kam doch, fuhr durch unsere Straße und hat das ganze Laub eingesammelt. Das war wunderbar." Für diesen Service sei man dem DLB sehr dankbar; das zeige, dass dort bürgernah gedacht werde und die Mitarbeiter flexibel seien.

Inge Odenbach: "Man muss ja deutlich sagen, dass bei uns zwar die Kehrmaschine nicht fährt, aber wir auch nichts bezahlen müssen. Das hat uns auf eine Idee gebracht." Könne man nicht die Kehrmaschine im Herbst, wenn das Laub fällt, nicht zwei- oder dreimal durch den Ort fahren lassen und dafür auch einen Beitrag einfordern? "Dafür würden wir gerne bezahlen", sagt das Ehepaar.

So einfach gehe das leider nicht, sagt Holger Beck, Leiter des Dienstleistungsbetriebs. "Die Betroffenen können sich in dieser Sache gerne an die Stadt wenden. Aber solche Leistungen sind für uns schwierig abzurechnen." In Alpsray, so erklärt Beck, seien die Anlieger selbst für die Straßenreinigung zuständig. "Aber", so der DLB-Chef, "wir wollen natürlich helfen. Wenn wir Kapazitäten frei haben, helfen wir sehr gern und schicken den Wagen vorbei, so wie wir das jetzt in diesem Fall getan haben. Aber das kann dann manchmal dauern."

Die Odenbachs sind nicht allein mit ihrem Problem. Auch Nachbar Hermann Schmitz (77) wünschte sich mehr Unterstützung durch die Stadt und wäre auch bereit, dafür zu zahlen. Ebenso Nathalia Chromik und Silvia Jug von der nahe gelegenen Narzissenstraße. Und auch Gisela Hasenecker, die ebenfalls an der Tulpenstraße wohnt, ist dieser Meinung. Gerade jetzt, so sagt Nathalia Chromik, sei das Laubfegen eine echte Qual. "Wenn es feucht ist, klebt es auf der Fahrbahn fest und ist schwer zu entsorgen."

Auf ein anderes Problem weist Nachbar Hermann Schmitz hin: "Hier halten sich leider kaum Auto- oder Motorradfahrer an das vorgeschriebene Tempo 30", sagt der Rentner. "Und wenn man dann mitten auf der Straße steht und Laub fegt, kann es schon mal eng und gefährlich werden."

Quelle: RP
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