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Rheinberg
Hoppmann gehen bald - und dann?

Rheinberg: Hoppmann gehen bald - und dann?
Sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team: Claus und Gertrud Hoppmann sowie Küchenchef Thorsten Schlee. Nur noch bis Ende April sind sie für die Gastronomie in Alpsray zuständig. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Am 23. April ist Schluss. Wie es mit der Gastronomie im Bürgerzentrum Alpsray danach weitergeht, ist noch unklar. Von Nicole Maibusch

Ob Essen mit Freunden, Biergartenbesuch, Wochenendbrunch, Kegelabend, Betriebsfeier oder Jubiläum - fünf Jahre haben Gertrud und Klaus Hoppmann in "Hoppmanns Landgasthaus" ihre Gäste verwöhnt. Jetzt schließt das Wirtsehepaar die Gastronomie im Bürgerzentrum Alpsray. Am 23. April wird im Rahmen einer Feierlichkeit zum letzten Mal aufgetischt. "Dann bleibt noch bis zum Monatsende eine Woche, um unser Inventar auszuräumen", sagt Claus Hoppmann, der vor dem Abstecher nach Alpsray viele Jahre zusammen mit seiner Frau den Kamper Hof in Rheinberg bewirtschaftet hat.

Schon seit etwa Mitte vergangenen Jahres ist das Ende von "Hoppmanns Landgasthaus" beschlossene Sache. Die Suche nach einem Nachfolger hatte deshalb schon frühzeitig begonnen. Seit August 2015 sind die 550 Quadratmeter großen Räumlichkeiten auf allen größeren Immobilienportalen zur Verpachtung ausgeschrieben. Auch mit den Brauereien ist der Trägerverein Alpsrayer Bürgerzentrum im Gespräch. Bisher ohne nennenswertes Ergebnis.

"Gerade mal einen ernsthaften Interessenten hat es gegeben", berichtet Hans-Peter Götzen, seit elf Jahren Vorsitzender des Trägervereins. Der habe eine Tanzschule mit Bistro eröffnen wollen. Doch die Raumarchitektur machte die Umsetzung dieses Konzepts unmöglich. "Die Säulen im Gastraum sind für eine Tanzschule denkbar ungünstig", sagt Hans-Peter Götzen. Weitere Anfragen hat es gar nicht erst gegeben.

Woran das liegt? "An den Rahmenbedingungen auf jeden Fall nicht - die sind eigentlich optimal", ist der Trägervereinsvorsitzende überzeugt. Die Gaststätte verfügt über eine voll ausgestattete Küche, eine Kegelbahn und einen Biergarten. Dazu gibt es einen Kinderspielplatz und Parkplätze. Die Räume sind barrierefrei zugänglich. Auch die Kosten seien mit zwei Euro pro Quadratmeter durchaus moderat, so Götzen.

Damit folgt Alpsray einem Negativtrend, der in vielen Städten zu beobachten ist. In Rheinberg stehen der "Scheffel" und "Das kleine Rote" leer, "Die kleine Hexe" am Annaberg hat längst dicht gemacht, und die Traditionsgaststätte Tersteegen an der Römerstraße hat lange nach einem neuen Nutzer gesucht. Auch die Budberger Bahnhofskneipe "Coucha" - gibt es nicht mehr.

"Seit Eröffnung des Bürgerzentrums mit Gastronomie hat sich das Freizeitverhalten der Menschen einfach eklatant verändert", meint Hans-Peter Götzen. Ein Ort ohne Kneipe als lokaler Treffpunkt war damals undenkbar.

Wie es jetzt mit der Gastronomie im Bürgerzentrum Alpsray weiter-geht, steht in den Sternen. "Findet sich niemand, bleiben die Räume ungenutzt beziehungsweise werden nur bei Bedarf für Feierlichkeiten vermietet, um Einnahmen zu generieren", sagt Hans-Peter Götzen. Die Fixkosten werden durch die Einnahmen aus der Vermietung der Wohnung im ersten Geschoss des Gebäudes gedeckt.

Quelle: RP
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