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Rheinberg
"Horst" - Ein Trio hat den Königsvogel gebaut

Rheinberg: "Horst" - Ein Trio hat den Königsvogel gebaut
Es ist vollbracht: Andreas Schlagheck, Gerardus Aaldering und Patrick Tervooren präsentieren stolz ihren ersten Schützenvogel. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Wolfgang Gardemann hatte den Schützenadler gebaut, der Rheinberg fast 20 Könige beschert hat. Nun hat er das anspruchsvolle Handwerk in andere Hände gegeben. Am Montag ist Feuertaufe für den Erstling. Von Nicole Maibusch

Erstmals hat eine Drei-Mann-Projektgruppe namens "Horst" den neuen Schützenvogel gebaut, der am Montag, 3. August, durch seinen gezielten Absturz den Rheinbergern einen neuen König bescheren soll. Andreas Schlagheck, Patrick Tervooren und Gerardus Aaldering sind absolut zufrieden mit ihrem prachtvollen Erstlingswerk.

In der Tat: Schmuck schaut der 80 mal 80 Zentimeter große Adler aus. Das verarbeitete Weichholz wurde geflämmt, um dem Werkstück eine rustikale, leicht antike Optik zu verleihen. Eine Krone, ein leuchtend gelber Schnabel, das Rheinberger Stadtwappen sowie das Logo des Bürgerschützenvereins 1851 (BSV) zieren den Holzvogel. Eigentlich viel zu schade für das programmierte Aus beim großen Preis- und Königsschießen des BSV im Rahmen des bevorstehenden Schützenfestes.

Doch ewiges Leben war wohl noch keinem Schützenadler beschieden. "Ein guter Vogel sollte nicht gleich beim ersten Schuss fallen, aber auch nicht zu lange standhalten", bringt es Bürgerschützenpräsident Aaldering die gewünschten Eigenschaften auf den Punkt.

Gut 20 Jahre lang war Wolfgang Gardemann Vater der Rheinberger Schützenvögel. "Doch er wollte diese Aufgabe jetzt in andere Hände legen", sagt Aaldering. Aber in welche? Die beiden BSV-Offiziere Patrick Tervooren und Andreas Schlaghack waren sich einig, haben nicht lange gezögert und zugesagt, die Fertigung für das kommende Schützenfest zu übernehmen.

Dabei verfügen die beiden gar nicht über große handwerkliche Erfahrung, wie sie zugeben. "Es sind aber noch alle Finger dran", scherzt Patrick Tervooren und winkt als Beweis mit beiden Händen.

Unter der Projektbezeichnung "Horst" haben sich die beiden Schützenoffiziere Tervooren und Schlagheck an fünf Tagen mit ihrem Präsidenten Gerardus Aaldering in dessen Werkstatt getroffen, um das hölzerne Federtier zu fertigen. Für ihr Modell "Horst" konnten sie existierende Konstruktionszeichnungen als Anleitung nutzen - eine echte Erleichterung. Was im Kugelfang wie aus einem Stück geschnitzt wirkt, besteht in Wirklichkeit aus mehreren Einzelteilen: Korpus, Flügel, Kopf und Schwanz werden einzeln gearbeitet, verleimt und gesteckt.

Dabei lief nicht immer alles glatt. "Klar ist uns schon mal was abgebrochen", so Andreas Schlagheck über kleine Pannen schmunzelnd, oder man habe sich schlicht "versägt". Am Ende aber hat sich alles gefügt. "Hätten wir nicht auf Erfahrung und Equipment von Gerardus zurückgreifen können, hätten wir ganz sicher mehr als fünf Tage benötigt", sind sich Andreas Schlagheck und sein Vogelbau-Kollege Patrick Tervooren sicher.

Das dreiköpfige Team hat das Premierenprojekt "Horst" erfolgreich gestemmt. Diese Zusammenarbeit habe wirklich einen riesen Spaß gemacht, berichtet das stolze Schützenadler-Trio. "Von der Planung, über den Bau bis hin zur Analyse - die muss ja auch sein", sagen sie augenzwinkernd. Wenn sich der Holzvogel am Montag auf der Stange bewährt, ist für Gerardus Aaldering, Andreas Schlagheck und Patrick Tervooren ein zweiter Vogel nicht ausgeschlossen.

Quelle: RP
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