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Rheinberg
Hubschraubereinsatz über dem Rhein

Rheinberg. Amprion demontierte gestern die alten Radarreflektoren von der Stromleitung über den Rhein. Heute werden die neuen Leiterseile über den Strom gezogen. Die Masten werden deutlich kleiner. Von Bernfried Paus

Hubschraubereinsatz über dem Rhein zwischen Rheinberg und Voerde: Im Auftrag des Stromriesen Amprion haben gestern Flug-Spezialisten des französischen Unternehmens Airtelis zwei RWE-Monteure zur Stromleitung geflogen, die hier den Rhein kreuzt. Ihr Job war es, vom Korb unter dem Helikopter die Radarschutzreflektoren zu entfernen.

Die französischen Piloten, die sonst im Hochgebirge heikle Missionen erfüllen, waren bei sommerlichen Temperaturen und nur leichtem Wind am flachen Niederrhein kaum gefordert. Vier mal stiegen sie auf, um die "Rheinkreuzung" mit ihren Passagieren auf den luftigen Arbeitsplätzen abzufliegen. Nach nur zwei Stunden war der nicht alltägliche Job erledigt und die 14 Kugeln, die der Flugsicherheit über der Stromtrasse dienen, lagen am Ufer.

Heute geht's in die nächste Runde. Von Land aus werden die alten Leiterseile gegen neue ausgetauscht. Dafür werden an den beiden jeweils vorgelagerten Masten Seilwinden aufgestellt. Freileitungsmonteure verbinden auf Voerder Seite die neuen Leiterseile mit den alten. Sie werden dann gemeinsam - insgesamt gut zehn Kilometer lang und 14,5 Tonnen schwer - über den Rhein gezogen. Auf dem Strom ruht die Schifffahrt für drei Stunden. Für den Kraftakt müssen zwei 500-Tonnen-Kräne ran.

Nach dem Seiltausch werden die Köpfe der noch 138 Meter hohen Masten ausgetauscht - früher gab's halt noch Segelschiffe auf dem Rhein. Die werden bei der Sanierung um gut 40 Meter auf 96 Meter eingekürzt. Die Mastköpfe werden mit Autokränen runtergeholt. Dann werden die neuen Teile auf dem Mast montiert. Die Montage muss bis 30. Juli abgeschlossen sein.

Die Masten, die 1926 aufgestellt worden sind, wiegen nach der Sanierung statt 136 nur noch 103 Tonnen. Die Spannweite zwischen den beiden Masten beträgt 500 Meter. Es führt eine 220 kV-Leitung und eine 110 kV-Leitung über den Rhein.

Mitte August kommen die französischen Piloten zurück. Dann werden neun neue Radreflektoren, vier rote Flugwarnkugeln und 60 Vogelschutzmarkierungen montiert.

Quelle: RP
 
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