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Alpen
Hucker Straße: Die Bahn rüstet nach

Alpen: Hucker Straße: Die Bahn rüstet nach
Anwohner des Hucker Weges klagen, dass sie Nachrüstung der Umlaufschranke an der Hucker Straße nun auch für Rollstuhlfahrer und Radler mit Anhänger kaum noch passierbar ist. Auch Reiter müssten jetzt einen Umweg in Kauf nehmen. FOTO: Anwohnerschaft
Alpen. Anwohner setzen dennoch darauf, dass die Umlaufschranke wieder zurückgebaut und der Übergang wieder offen wird. Im Rathaus sieht man derartige Signale nicht. Im Gegenteil. Gemeinde plant alternativen Weg von Alpen nach Millingen. Von Bernfried Paus

Ein tragisches Unglück am ländlich abgeschiedenen, unbeschrankten Bahnübergang Hucker Straße hat im Sommer ganz Alpen einen Schock versetzt. Dabei war unter rätselhaften Umständen ein 15-jähriger Schüler vor den Augen seines Zwillingsbruders vom Pendelzug "Der Niederrheiner" erfasst und tödlich verletzt worden. Unmittelbar danach hatte die Unfallkommission beschlossen, den Übergang mit einer sogenannten Umlaufschranke auszurüsten. Das macht den tief liegenden Übergang für motorisierte Fahrzeuge unpassierbar. Radler müssen absteigen, um durchzukommen. Anwohner wie Landwirt Helmut Nepicks (74) hielten den "Mauerbau am Tag der deutschen Einheit" schon damals für unangemessen.

Nun hat die Bahn das rot-weiße Gestänge nachjustiert und seitlich davon Metallgitter hochgezogen, so dass man die Schranke nicht mehr einfach dadurch umgehen kann, indem man einfach daneben über die Gleise spaziert. "Die Bahn hat den Übergang abschließend den gesetzlichen Anforderungen angepasst", sagt Thomas Janßen, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters im Rathaus.

Für Helmut Nepicks ist die Nachrüstung keineswegs ein Grund, seinen Widerstand gegen das ungeliebte Hindernis aufzugeben. "Die Umlaufschranke muss weg", sagt er kategorisch und sieht sich bei der Forderung der Unterstützung seiner Nachbarn sicher. Für viele sei die Umlaufschranke nun noch hinderlicher, "ja unterm Strich sogar gefährlicher geworden", so der 74-Jährige.

Ältere Leute hätten schon vorher arge Probleme gehabt, ihre schweren E-Bikes durchzumanövrieren. Ein Rollstuhlfahrer, der den Übergang bei seinen täglichen Ausflügen an der frischen Luft nutze, habe sich in der Böschung verfangen und sei ins Kippeln geraten. Radler mit Anhänger hätten kaum noch die Chance, gefahrlos von einer Seite zur anderen zu kommen. "Dabei ist die Hucker Straße Teil von offiziellen Radfahrrouten", so der Anlieger.

Landwirte und Reiter müssten weite Wege machen, um den Schienenstrang zu queren. Nepicks hat die "Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass der Übergang wieder geöffnet wird", sagt er. Die Bahn habe signalisiert, dass "nur die Sichtdreiecke großzügig freigeschnitten werden müssen". Die Sicht teilt man im Rathaus nicht. "Die Bahn wollte den Übergang schon lang vor dem Unglück immer dicht machen", sagt Thomas Janßen. "Es deutet nichts darauf hin, dass da ein Umdenken stattfindet."

Ludger Funke, Leiter des Fachbereichs Ordnung, betont, dass die Verwaltung, die Nöte der Anwohner und anderer Betroffener durchaus verstehe und ernstnehmen, um Verbesserungen im Sinne aller bemüht sei. Aber es geben halt Grenzen. Derzeit laufen im Rathaus Planungen, vom Übergang Graf-Gumprecht-Straße aus auf der westlichen Seite parallel zum Gleis einen Weg mit "wassergebundner Oberfläche" zu bauen, der bis Millingen führt, ohne über die Gleise zu müssen. Doch um die Pläne umzusetzen, sei Grundstückserwerb erforderlich. Nach RP-Informationen muss unter anderem mit der katholischen Kirchengemeinde St. Ulrich verhandelt werden.

Die Gemeinde hatte bekanntlich einen Gutachter beauftragt, der alle vier Übergange übers Gleisbett für den "Niederrheiner" untersucht. Nicht alle Grundstückseigentümer - obwohl sie die Zahlen der Bahn anzweifelten -, so heißt es, willigten ein, Kameras zu installieren, um die Zahl der Querungen genau zu erfassen. Ergebnisse der Untersuchungen liegen im Rathaus bislang noch nicht vor, so die Auskunft.

Quelle: RP
 
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