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Rheinberg
"Ich möchte mich von der Stadt nicht erziehen lassen"

Rheinberg. Als Gerda Schönherr-Brauer vom Orsoyerberg gestern in der RP den Bericht über die Probleme mit der Altpapierentsorgung gelesen hatte, musste sie sich aufregen. "Die Stadt und der Dienstleistungsbetrieb haben damals intensiv dafür geworben, die Altpapierentsorgung selbst in die Hand nehmen zu können", sagt die 78-Jährige. "Und damals wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man Kartons und zusätzliche Papiermengen dazustellen darf."

Sie selbst nutze eine 120-Liter-Tonne und komme damit gut hin. Sie möchte auch keine größere Tonne haben: "Die könnte ich allein ja kaum noch bewegen." Sie könne auch nicht bestätigen, dass an jedem zweiten Haus solche großen zusätzlichen Mengen an Pappe und Papier neben die Tonnen gestellt und gelegt werden. Gerda Schönherr-Brauer: "Das sehe ich hier bei uns nicht."

Nicht vergessen werden dürfe, dass die Briefkästen nahezu jeden Tag mit Zeitungen und Werbung vollgestopft würden: "Das muss ja alles auch wieder entsorgt werden", sagt die Orsoyerbergerin. Noch etwas bringt die 78-Jährige auf die Palme: "Ich möchte nicht, dass die Stadt mich erzieht. Wenn ich mich noch von irgendwem erziehen lasse, dann von meinen Kindern, aber von sonst niemandem."

Im Betriebsausschuss war eine lange Diskussion um das Thema entbrannt. Die Leitung des Dienstleistungsbetriebs hatte beklagt, dass die immer größer werdenden Beistellmengen bei der Altpapierabfuhr kaum noch zu bewältigen seien. Der Ausschuss entschied sich, zunächst nichts zu ändern, und hofft auf das Entgegenkommen der Bürger. Im Mai kommt ein neuer Abfallkalender, dann soll über mögliche Konsequenzen nachgedacht werden.

(up)
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