| 00.00 Uhr

Rheinberg
In der Gruppe lernen

Rheinberg: In der Gruppe lernen
Die Zahlen auf Englisch beschäftigten gestern die Klasse 5 f und Englischlehrer Christian Dittmann. FOTO: A. fischer
Rheinberg. In der Gemeinschaftsschule Rheinberg ist für die Klasse 5 f die Eingewöhnungsphase mittlerweile abgeschlossen. Noch zwei Tage, dann beginnen für die Mädchen und Jungen die ersten Ferien an der neuen Schule. Von Nicole Maibusch

Lehrer Christian Dittmann hat es nicht leicht, die Aufmerksamkeit der Klasse 5f auf den Unterrichtsstoff zu lenken: englische Vokabeln. In der Stunde zuvor waren die Jungen und Mädchen gestern beim Sport noch durch die Turnhalle getobt – nun galt es, die Gedanken zu sammeln und sich zu konzentrieren: "Ihr seid wie müde Krieger", schmunzelt der Pädagoge. Trotzdem: An den Zahlen auf Englisch kommen die Schüler nicht vorbei.

Vokabelliste

Nur noch zwei Tage Unterricht, dann heißt es auch für die 5f der Gemeinschaftsschule Rheinberg "endlich Herbstferien". Zwei Wochen bleibt der Tornister wohl unbeachtet. Zumindest weitgehend. Denn Englischlehrer Dittmann händigt den Schülern der 5f schnell noch eine Vokabelliste aus. "Für den großen Test nach den Ferien", kündigt er an und gibt einen guten Rat, den fast schon alle Kids verinnerlicht haben: Egal, mit wem ihr übt, Hauptsache ihr tut was.

Die ersten Klassenarbeiten

Längst haben die 22 Jungen und Mädchen die Eingewöhnungs- und Orientierungsphase in der neuen Schule abgeschlossen und sich zu einer Gemeinschaft zusammengefunden. Sogar die ersten Klassenarbeiten wurden bereits geschrieben. Durchaus mit Begeisterung, wie Klassenlehrerin Carina Düllmann bestätigt. "Die meisten Kinder kommen gerne in die Schule und zeigen sich wissbegierig", freut sich die 27-jährige Lehrerin für Deutsch, Gesellschaftslehre und katholische Religion. Neu seien für die Kinder dabei nicht ausschließlich die verschiedenen Unterrichtsfächer, sondern vielmehr die Arten des Lernens. Die Gemeinschaftsschule setzt mit ihrem Konzept sowohl auf individuelles als auch auf kooperatives Lernen. In den individuellen Lernstunden – auch Igel-Stunden genannt – entscheiden die Schüler nach Rücksprache mit den Klassenlehrern selbst, in welchem Fach sie gezielt Defizite aufarbeiten müssen. "Und die Schüler kennen ihre Schwachstellen sehr genau", betont Carina Düllmann. Das kooperative Lernen setzt auf Lerngruppen, in denen sich die Kinder gegenseitig unterstützen.

Auf diesem Prinzip basieren auch die "5+7"-Stunden. In diesem Rahmen fungieren Siebtklässler als "Lehrer" für die Schüler der Klassen 5. Und das funktioniert prima. Still und konzentriert sitzen die Fünftklässler über ihren Arbeitsblättern, leise erklären die Älteren den Lernstoff. Toben und Lärmen? Fehlanzeige. "Klar, geht's manchmal hoch her, aber die Schüler mahnen sich gegenseitig zur Ordnung", berichtet Heike Althoff, Klassenlehrerin der 5c, aus ihrer Erfahrung.

Nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer ist die Gemeinschaftsschule Neuland, und bedeutet damit auch Mehrarbeit. Neue Lehrpläne, neue Konzepte und neue Prozesse, die bewertet und optimiert werden müssen. Und dennoch: "Es ist schön und spannend, etwas Neues aufzubauen und mitgestalten zu können", so Carina Düllmann, die an der Gemeinschaftsschule ihre erste Lehrerstelle nach dem Referendariat angetreten hat.

 

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: In der Gruppe lernen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.