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Alpen
In Schmitz' Garten gibt's viel zu entdecken

Alpen: In Schmitz' Garten gibt's viel zu entdecken
Hellfried Schmitz tut's wie sein stummer Kumpel auf der Bank: Er liest die Rheinische Post und genießt das herrliche Plätzchen unter freiem Himmel. Die Skulpturen, die einem überall auf dem 3000 m2 großen Gelände begegnen, stellt der Herr über das kleine Paradies selbst her. FOTO: Olaf Ostermann
Alpen. Am Sonntag, 19. Juni, steht im Gartenparadies von Hellfried Schmitz an der Dickstraße in Veen die Pforte wieder offen. Von Erwin Kohl

An der Dickstraße am Fuße der Bönninghardt liegt ein kleines Paradies. Davon sind zumindest Schmetterlinge, Bienen und Singvögel überzeugt. Im Rahmen der Aktion "Offene Gartenpforte" macht Hellfried Schmitz die Tür zu seinem Paradies regelmäßig für eine breite Öffentlichkeit auf. Nächster Termin: Sonntag, 19. Juni, 11 bis 18 Uhr.

Bei der 3000 Quadratmeter großen Anlage mit seinen vielen verschlungenen Wegen, Brücken und Beeten handelt es sich schon fast um einem kleinen Park, in dem es selbst für Stammgäste immer wieder etwas Neues zu bestaunen gibt. "Fertig wird der Garten nie", sagt der Eigentümer lächelnd und deutet auf einen gemauerten Ofen im Eingangsbereich: "Darin werde ich künftig mein eigenes Brot backen."

Neu ist auch das Gewächshaus mit gemauerter Umrandung und selbst entworfener Glasverkleidung. Das Augenmerk der Besucher gilt aber schon hier der grünen Oase dahinter. Bereits der Blick auf die große Teichanlage mit dem plätschernden Wasserfall, den blühenden Seerosen und der abwechslungsreichen Uferlandschaft lädt zum Verweilen auf gemütlichen Garten-stühlen in der Laube ein. Dabei handelt es sich nur um den Vorgarten, hinter dem man über einen schmalen Weg durch meterhohe Gräser in die eigentliche Gartenanlage gelangt. Wer hindurch spaziert, begibt sich auf eine Entdeckungsreise.

An jeder Ecke blühen Rosen, Salbei, Fingerhut oder Oregano. Mit ihrem Duft ziehen die Blumen Bienen und Schmetterlinge an. Obwohl das alles wie das Werk eines Meistergärtners wirkt, hat Schmitz das Handwerk nie gelernt. Dass dennoch alles prächtig blüht, verdankt er seinem Kennerblick. "Die Pflanze signalisiert einem, wenn es ihr nicht gut geht", verrät der Hobbygärtner.

Viel investieren musste Hellfried Schmitz in die botanische Vielfalt nicht. Bei den meisten Pflanzen handelt es sich um Ableger aus eigener Zucht oder dem Freundes- und Bekanntenkreis. Was das lästige Gießen im Sommer betrifft, bleibt Schmitz entspannt. Nicht nur, weil nun wirklich reichlich vom Himmel gefallen ist: "Die Pflanzen können lange Feuchtigkeit speichern. Sobald man mit dem Bewässern anfängt, gewöhnen sie sich daran, und man bleibt dran."

In Schmitz' Garten darf man gerne Platz nehmen. Überall fügen sich in kleine Nischen Sitzgarnituren oder Bänke so harmonisch in ihre Umgebung ein, dass sie beim ersten Blick gar nicht auffallen. Wer beispielsweise an der Trauerweide vorbeigeht, sollte einen Blick durch ihr herabhängendes Geäst werfen. Wie ein Vorhang verdeckt es eine kleine, gemütliche Sitzecke, wirkt dabei wie ein Indianerzelt und hat einen entscheidenden Vorteil: "Dort ist immer Schatten, es ist im Hochsommer der kühlste Ort im großen Garten", erklärt Hellfried Schmitz, der selber am liebsten am Teich liegt.

Angst vor lästigen Mücken braucht er nicht zu haben. Die werden alle von Libellen, Fröschen oder Wasserläufern gefressen - ein Paradies eben. Das jetzt auch einen eigenen Namen trägt. "Ich habe irgendwas Treffendes gesucht. Da habe ich ihn nach den vier Kastanien auf dem Gelände benannt", erklärt der Herr über das herrliche Fleckchen Erde.

Im "Kastaniengarten" stößt der Betrachter zwischen Bambushain und Weißdornhecke immer wieder auf originelle Skulpturen, die der Gartenbesitzer höchstpersönlich aus altem Eisen herstellt und auf vielfachem Wunsch jetzt auch verkauft. Zwei davon sitzen gemütlich am Rande des Teiches und lesen "natürlich die Rheinische Post", versichert Schmitz.

Nachdem er seine Firma vor einigen Jahren verkauft hat, verbringt der Privatier bis zum Herbst oft den ganzen Tag in der Anlage. Zum Mittagessen läutet seine Frau eine große Glocke im Hof. Die Suche nach ihrem Mann würde viel zu lange dauern. Das nächste Projekt ist auch schon in Planung: Auf der angrenzenden Wiese soll ein Wald aus Mammut-Bäumen entstehen.

Quelle: RP
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