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Rheinberg
In Wallys wilder Villa geht es richtig rund

Rheinberg. "HerMann's Bühne" gibt mit der neuen Komödie im St.-Anna-Pfarrheim wieder mächtig Gas auf der Pointen-Piste. Von Erwin Kohl

Schöner wohnen als in ihrer großzügig bemessenen Villa, kann sich Wally von Güldenstein (Hannelore Tuminello) überhaupt nicht vorstellen. Ganz im Gegensatz zu ihrem nichtsnutzigen Sohn Patrick. Dieser will die Immobilie zur Finanzierung seiner Spielsucht hinter Wallys Rücken an Mafiosi Ferrari Tony (Frank Maaß) verkaufen und möchte daher die treu sorgende Mutti liebend gerne ins Altersheim verfrachten.

Einzig Tante Hilde (Ulla Elsner) durchschaut das miese Spiel des Früchtchens und versucht ständig zu intervenieren. Das ist allerdings nicht leicht, wenn man seit 20 Jahren tot ist und als Gespenst lediglich von der eigenen Schwester wahrgenommen wird.

Schon die Ausgangslage der Komödie "Wallys wilde Villa" von Heiner Schnitzler versprach den 160 Zuschauern der Premierenaufführung im Pfarrheim St. Anna einen kurzweiligen Abend. Wenn das Ganze dann noch von "HerMann's Bühne" in Szene gesetzt wird, lehnt man sich am Annaberg ganz entspannt in den "Theatersessel" - und das bereits seit 19 Jahren. "Wir haben uns im Laufe der Zeit ein treues Stammpublikum erspielt", erklärt Regisseurin Monika Kehrmann, die sich über insgesamt fünf ausverkaufte Vorstellungen freut.

Die theaterbegeisterten Frauen und Männer aus der Kirchengemeinde St. Anna spielen auch in diesem Jahr für den guten Zweck. "Die Kosten abgezogen, hoffen wir, wie im Vorjahr etwa 2000 Euro spenden zu können. Das Geld sollen Winterschuhe für Flüchtlinge gekauft werden", so Kehrmann. Außerdem wurde wieder das Spendenhäuschen der Palliativstation des St.- Bernhard-Hospitals in Kamp-Lintfort aufgestellt.

In der Villa der rüstigen Wally ging es unterdessen mächtig zur Sache. Denn um die laufenden Kosten decken zu können, hat sich die Dame des Hauses dazu entschlossen, Untermieter aufzunehmen. Sehr zum Unmut der resoluten Putzfrau Margot Strotz (Marita Haasch) übrigens, die mit ihrem losen Mundwerk immer wieder herrlich dazwischen feudelt.

Dass es sich bei den Untermietern mit der ausrangierten Reiseleiterin Resi Sandner (Ursula Koczet), der peniblen Lehrerin Dorothee Michelberger (Monika Petrich) nebst Pantoffelheld Herbert Michelberger (Heinz Wandel) und der Schmuddelbuch-Autorin Sunny Sommer (Sonja Schott) um alles andere als eine einträchtige Chorgemeinschaft handelt, sorgt für richtig Fahrt auf der Pointen-Piste. Viel Zeit für den Austausch von Höflichkeiten bleibt da nicht, und so erhält die Kommunikation im Hause der von Güldensteins schnell eine höchst persönliche Note. Dumm nur, dass alle irgendwann erkennen müssen, im selben Boot zu sitzen, welches auch noch unterzugehen droht.

Das Ensemble von "HerMann's Bühne" hat wieder einmal eine durchweg gelungene Aufführung auf die Bretter des Pfarrheims St. Anna gelegt, bei der eigentlich nur eine Person zu kurz kam: Souffleuse Marlies Becker.

Quelle: RP
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