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Rheinberg
Investor: Statt 600 nur 40 Lkw pro Tag

Rheinberg: Investor: Statt 600 nur 40 Lkw pro Tag
Die Hallen sollen auf der braunen Fläche entstehen. Die An- und Ablieferung erfolgt über eine Stichstraße, die in einem spitzen Winkel in die Kreisstraße 14 (unten links zu sehen) Richtung Solvay-Kreuzung münden wird. FOTO: Arnulf Stoffel
Rheinberg. Maik C. Bettentrup von der LogProject GmbH stellte gestern Abend im Rheinberger Bauausschuss vor, wie das 30.000 Quadratmeter große Logistikzentrum bei Solvay aussehen soll. Initiative gegen das Awo-Haus plant ein Bürgerbegehren. Von Uwe Plien

Die Pläne des Awo-Kreisverbands Wesel, an der Ecke Kurfürstenstraße/Ritterstraße ein stattliches Verwaltungsgebäude zu errichten, standen nicht auf der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses. Der tagte gestern Abend im Stadthaus und hatte - was ungewöhnlich ist - rund 20 Zuhörer, überwiegend Anwohner der alten Montessorischule und Mitglieder der Bürgerinitiative gegen eben jene Awo-Pläne.

Weil CDU-Mann Markus Geßmann beantragte, die Sitzung zu unterbrechen, konnte Ausschussvorsitzende Angelika Sand Ralf Winstroth als Sprecher der Initiative das Wort erteilen. Der Anwohner der Alten Rheinstraße sagte klipp und klar, dass er und seine Mitstreiter beabsichtigten, aufzuklären und das Vorhaben zu beeinflussen. Im Entwurf für das Integrierte Handlungskonzept für die Altstadt innerhalb der Wälle sei nachzulesen, dass der Bereich der alten Burganlage als besonders wichtig gelte - "und das wird von Ihnen torpediert. Die Pläne passen nicht ins Handlungskonzept und deshalb möchten wir mit Ihnen in einen Dialog treten", so Winstroth. Im Übrigen konzipiere die Initiative ein Bürgerbegehren, um das Verwaltungsgebäude noch verhindern zu können. Ausschussvorsitzende Angelika Sand stellte den Kritikern eine gemeinsam von allen Ratsfraktionen sowie dem fraktionslosen Ulrich Hecker eine gemeinsam verfasste Erklärung in Aussicht: "Die bekommen Sie nächste Woche." Winstroth überreichte dem Beigeordneten Dieter Paus noch einen Fragenkatalog mit 26 Fragen zum Thema. "Darauf hätten wir gerne Antworten", sagte er.

Unterdessen konkretisierte Maik C. Bettentrup, geschäftsführender Gesellschafter der Langenfelder LogProject GmbH die Pläne für ein Logistikzentrum im Solvay-Industriepark. Es geht um ein Lager- und Kommissionierungsgebäude für Ersatzteile. Welches Unternehmen künftig zwischen Ossenberg und Millingen tätig sein wird, könne er noch nicht sagen, berichtete der Referent. Der Hallenkomplex soll im nächsten Jahr im Karrée zwischen dem Ineos-Werk (ehemals Solvay-Werk West), der Solvay-Bahnlinie, der Solvay-Siedlung, der Drüptschen Ley und der Zoll- beziehungsweise Saalhoffer Straße gebaut werden. "Gegenüber unserer früheren Planung für einen anderen Kunden planen wir jetzt deutlich kleiner", so Bettentrup. "Statt 120.000 geht es jetzt um 30.000 Quadratmeter. "Das bedeutet, das weder der Baumbestand noch die Drüptsche Ley berührt werden." Auch das Verkehrsaufkommen verringere sich. Statt der ehemals prognostizierten 600 Lkw-Fahrten pro Tag rechne man mit nur 40 Touren täglich. 99 Arbeitsplätze werden geschaffen, und etwa 40 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Fläche bleiben Grünflüche.

Die Lkw erreichen das Logistikzentrum von der Zollstraße (K14) aus. Um zu verhindern, dass sie über Millingen fahren, wird die Zufahrtstraße in einem spitzen Winkel in die Zollstraße münden. Dann sei es für 40-Tonner technisch nur möglich, Richtung Solvay-Kreuzung zu fahren. Pro Tag müsse mit 30 Fahrten von 40-Tonnern, 24 von Lkw zwischen 7,5 und 12 Tonnen, 72 von Wagen in Sprintergröße und 198 Fahrten von Pkw gerechnet werden. Bei den Emissionen werde man unter den Grenzwerten liegen.

Ob irgendwann auch die restlichen 90.000 Quadratmeter Fläche genutzt werden, lasse sich derzeit nicht sagen. Die Lkw-Fahrer seien Beschäftigte des Unternehmens, die sich auf vorgeschriebenen Routen bewegen. Dass sie versehentlich durch Millingen irrten, könne ausgeschlossen werden.

Quelle: RP
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