| 00.00 Uhr

Rheinberg
Jansen: "Man muss auch mit uns sprechen"

Rheinberg. Um die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) im alten Orsoyer Krankenhaus ging es gestern Abend im Sozialausschuss. Der Leiter des Hauses, Markus Jansen von der Bezirksregierung Arnsberg, und seine Stellvertreterin Ute Wenning stellten die Einrichtung vor. Am Ende erfuhr der Ausschuss, dass Jansen spätestens zum 30. Juni die Einrichtung verlassen und in die ZUE in Kerken-Stenden zurückkehren wird. Dort hat Jansen bereits vor Dezember gearbeitet. Es sei aber dafür gesorgt, dass weiterhin qualifiziertes Verwaltungspersonal zur Verfügung stehe. "Die ZUE Orsoy befindet sich noch im Aufbau", sagte Jansen. So sei geplant, bald in jede Einrichtung auch Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration zu setzen. Zum 1. April wird die jetzt in Arnsberg konzentrierte Zuständigkeit für Flüchtlinge neu geordnet, Dann ist für Orsoy die Bezirksregierung Düsseldorf zuständig. Von Uwe Plien

Derzeit leben in Orsoy 163 Flüchtlinge. Jansen: "Die baulichen Mängel im Haus sind behoben, wird sind bereit für 500 Bewohner." Es gebe allerdings momentan rund 42 000 freie Plätze in NRW somit bestehe nicht der allergrößte Unterbringungsdruck. Das war in den vergangenen Monaten anders. "Das war reine Krisenbewältigung", so der Leiter. "Da ging es nur um die Verhinderung von Obdachlosigkeit."

Bisher haben 639 Personen die ZUE durchlaufen. In Kerken mit 516 Plätzen seien es 2015 insgesamt 13.315 Flüchtlinge gewesen. Im Durchschnitt, auch das sagte Jansen, blieben die Menschen zwei bis drei Wochen in Orsoy, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden.

Der ZUE-Leiter unterstrich das, was er auch schon in RP-Berichten gesagt hatte: Er und sein Team seien bemüht, Probleme aus der Welt zu schaffen und Fragen zu beantworten. "Aber", so hob er hervor, "man muss auch mit uns sprechen. Auf Facebook-Einträge reagieren wir nicht." Knapp 20 Anrufe habe man bisher bekommen. Und mit dem Angelverein habe es ein klärendes Gespräch wegen des Kuhteichs gegeben. An dem Gewässer sollen bald Warnschilder in mehreren Sprachen aufgestellt werden. "Wir nehmen diese Dinge sehr ernst", sagte Jansen. Ehrenamtliche Arbeit in der ZUE sei erwünscht und werde benötigt, "aber sie muss geordnet sein". Der Aufbau eines WLAN-Netzes stehe auf der To-do-Liste. Auf die Frage nach "laschen" Sicherheitskontrollen am Haus sagte Jansen: "Das Sicherheitspersonal darf keine Personalien überprüfen. Wir sind kein Gefängnis."

Erreichen kann man die ZUE unter Telefon 02844 9056567.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Jansen: "Man muss auch mit uns sprechen"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.