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Alpen
Jedem Kind seine Stimme: Veener Schüler singen im Chor

Alpen. Musiklehrerin Theresia Winzen möchte über das Projekt eine Grundmusikalisierung bei den Kindern wecken. Erster Auftritt im Mai. Von Erwin Kohl

Singen macht glücklich, auch in der Grundschule. Diese Überzeugung steckt hinter der Idee des von Inga Mareile Reuther entwickelten JeKisS (Jedem Kind seine Stimme) Projektes, an dem jetzt erstmalig auch die Veener Grundschule teilnimmt. "Über das Singen möchten wir eine Grundmusikalisierung bei den Kindern wecken und damit auch Kinder mitnehmen, die keinen Zugang zur eigenen Singstimme haben", erklärt Musiklehrerin Theresia Winzen, die eigens für dieses Projekt einen jahrgangsübergreifenden Schulchor gegründet hat. Wenn sie von einer mangelhaften Singstimme sprich, hat die Pädagogin vor allem "Brummer" im Blick: "Das sind Kinder, die zwar singen, aber immer nur in einem Ton." Der Weg vom schlichten "lalala" zur ausdrucksstarken Chorstimme soll kindgerecht erfolgen und zugleich die Begeisterung der Schüler wecken. Mit einem Trick sorgt die Musiklehrerin dafür, dass die richtigen Töne auf Anhieb gefunden werden.

"Ich arbeite von Anfang an mit drei Stimmen: Die Löwenstimme aus der Brust, die Kuschelstimme aus dem Kopf und die gemischte Jubelstimme", erläutert Theresia Winzen. Die Lieder vermittelt sie den Erst- bis Viertklässlern nach dem "Call and Response-Prinzip", auch Papageienmethode genannt. "Ich singe kleine Abschnitte vor, variiere dabei immer wieder Tempo und Stimmlage. Auf diese Weise wird es nicht langweilig und die Kinder haben die Melodie irgendwann im Kopf", so Winzen. Weil natürlich frei gesungen werden soll, müssen neben den Noten auch die Texte sitzen. Auch dafür bedient sich die Musikpädagogin einer besonderen Methode: "Kinder stellen die Texte mit Bewegungen dar und verinnerlichen sie dadurch. Die Körperspannung ist außerdem gut für die Singstimme." Ganz nebenbei entsteht auf diese Weise eine ansprechende Choreographie. Für die richtige Begleitmusik musste Theresia Winzen zunächst experimentieren, bis der Chor zur Geltung kam. "Die Klavierbegleitung erfolgt nur durch Akkorde in tiefer Lage, damit die Kinderstimmen sie hell überfliegen", erzählt die Chorleiterin.

Bei den rund 30 Schülerinnen und Schülern des Veener Schulchores stößt das Konzept auf Begeisterung. "Ich finde es gut, dass die Töne mal hoch und mal tief sind, das macht richtig Spaß", berichtet der neunjährige Noah Ehren. Seine Klassenkameradin Annabelle Hartjes gesteht, dass sie noch abends im Bett singt und tanzt. Mittlerweile denkt die Drittklässlerin bereits weiter: "Meine Mutter hat gesagt, wenn ich im Chor bleibe, darf ich mich bald bei den Voice Kids bewerben." Diesen Enthusiasmus verbreiten die Singfreunde mittlerweile an der gesamten Schule. "Die Chormitglieder sind Multiplikatoren in ihren Klassen. Die Musiklehrer greifen unsere Lieder gerne auf", freut sich Theresia Winzen.

Das Repertoire des Chores ist breitgefächert, von Volksliedern bis hin zu Gospels. Schon bald können sich alle Veener von der gesanglichen Qualität des Nachwuchses überzeugen, denn zum Museumstag am 22. Mai ist der erste öffentliche Auftritt geplant.

Quelle: RP
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