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Rheinberg
Johnny Cash Roadshow - Verdammt nah am Original

Rheinberg. Wer die Augen geschlossen hatte, glaubte den legendären Country-Sänger und Songschreiber Johnny Cash persönlich auf der Bühne der Stadthalle zu hören. Der Bassbariton von Clive John, Frontmann der "Johnny Cash Roadshow", ist so nah am Original, dass selbst Rosanne Cash einmal sagte: "Die Ähnlichkeit mit meinem Vater ist verblüffend." Von Erwin Kohl

Aber Clive John verlässt sich nicht allein auf seine Stimme und sein Äußeres. Zur perfekten Show zählt auch der typische "Boom-Chicka-Boom"-Sound der Cash-Begleitband Tennessee Three, den Nick Davis an der Fender Esquire, Martin Bentley am Kontrabass sowie Schlagzeuger Darren Bazzoni hervorragend interpretieren.

Zu den vielen Höhepunkten des Konzertes zählten die Duette mit Amanda Stone ("Jackson"), die der Cash-Partnerin June Carter optisch und stimmlich wie eine Zwillingsschwester ähnelt. Die Roadshow lässt die fünf Jahrzehnte lange Karriere des 2003 verstorbenen Cash Revue passieren und zeigt dabei die enorme Bandbreite des Komponisten - von Folk, Blues und Gospel über Rockabilly bis zum Rock'n'Roll.

Während auf einer großen Leinwand im Hintergrund Schwarz-Weiß-Aufnahmen in ständiger Überblendung das Leben des Weltstars vorbeiziehen ließen, erklärte Clive John die einzelnen Episoden und Songs. Dass er eines Tages auf der Bühne stehen würde, um seinem großen Idol Johnny Cash Tribut zu zollen, war ihm praktisch in Wiege gelegt. "Meine irische Mutter hat mich mit der Musik des Man in Black großgezogen. Und zwar mit nichts Anderem", erklärt John, der aus den rund 500 Cash-Titeln einen repräsentativen Querschnitt zusammengestellt hatte.

Vom ersten Nummer-Eins-Hit "Walk the line"" über "Ghost Riders in the sky" und "A Boy Named Sue" bis zum legendären "Ring of Fire" in der Zugabe war für jeden etwas dabei. So gingen die rund 580 Besucher in der Stadthalle von Beginn an begeistert mit. Aber es gab auch die nachdenklichen Momente. Der Titel "25 Minutes to Go" bringt die ganze Tragik der Todesstrafe in drei Minuten auf den Punkt. Die mit dem Text einhergehende Animation verleiht dem Stück zusätzlich eine Intensität, die unter die Haut geht.

Keine Frage, die Dramaturgie stimmte. So hielt es die Besucher am Ende kaum noch auf ihren Stühlen. Manch einer rieb sich verwundert die Augen und fragte sich: Wer stand da jetzt eigentlich wirklich auf der Bühne?

Quelle: RP
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