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Rheinberg
Jürgen Rützel wird zum Medienstar

Rheinberg: Jürgen Rützel wird zum Medienstar
Jürgen Rützel (3.v.l.) im Gespräch mit dem Tafel-Team, das von SAT1-Reporterin Maren Middeldorf gefilmt wird. Mit dabei (v.l.): Gilbert Delaporte, Koordinatorin Tanja Braun, Kristin Kellner, Pastoralreferent Werner Koschinski und Fahrer Jochen Martinitz. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Der parteilose Bürgermeisterkandidat stellt Rekorde im Internet auf, Fernseh- und Radiosender werben um ihn. Von Uwe Plien

Jürgen Rützel entwickelt sich zum Medienstar. Der parteilose Bürgermeisterkandidat, ein Exot im Kreis der Bewerber um das höchste Amt im Rheinberger Stadthaus, erregt mit seinem unorthodoxen Wahlkampf mittlerweile landesweit Aufmerksamkeit.

So schoss der am Dienstag erschienene RP-Bericht über Rützels Aktion für die Rheinberger Tafel in den sozialen Netzwerken förmlich durch die Decke. Der 43-jährige Hausmeister der Europaschule hatte der RP erzählt, dass er auf Wahlplakate verzichtet und stattdessen lieber Lebensmittel für die Ausgabestelle der Tafel am St.-Anna-Pfarrheim spendet und dort im Team der Ehrenamtlichen mitarbeitet. Auf der Facebook-Seite der RP-Lokalredaktion brach der Artikel sämtliche Rekorde und erreichte schon am ersten Tag mehr als 100 000 Nutzer. Einsame Spitze.

Das blieb auch dem Fernsehsender SAT1 nicht verborgen - er schickte gestern ein Team nach Rheinberg, das einen Filmbericht über Jürgen Rützel für die Reihe "17:30 SAT1 NRW" drehte. Den Grund dafür benannte Reporterin Maren Middeldorf: "Die Aktion von Herrn Rützel ist uns aufgefallen, weil sie ungewöhnlich ist. Sie zeigt seine Bodenständigkeit." Mit Assistent Lukas Kuschnierz filmte die junge Journalistin unter anderem eine Besprechungsrunde des Tafel-Teams im Pfarrheim. Der Beitrag wird nächste Woche zu sehen sein.

Dass ihn nicht nur das Fernsehen, sondern auch verschiedene Radiosender um Interviewtermine bitten und seine Mission im Land verbreiten wollen, überrascht Jürgen Rützel. Mit so einer Resonanz habe er nicht gerechnet, gesteht der Mann mit den einfachen Botschaften.

"Einer von euch!" lautet das Wahlkampfmotto des Mannes. Er hat kein Problem damit zuzugeben, dass er Nicht-Wähler ist und mit Parteien nicht viel anfangen kann. Rützel trifft offenbar einen Nerv in bestimmten Teilen der Bevölkerung. Mögen manche ihn auch belächeln, so wirkt er doch authentisch, ehrlich und bodenständig. Sätze wie "Wer in das höchste Amt der Stadt will, sollte ganz unten anfangen" kommen an. Rützel wird in diesem bisher eher lauen Wahlkampf zu einer Art Projektionsfläche für die "kleinen Leute". Für die, die sich im stark bürgerlich dominierten Milieu der Stadt oftmals nicht ernstgenommen fühlen. Ein Hausmeister, der sich selbst als "kleiner Mann von der Straße" verkauft, wird plötzlich zum großen Sympathieträger. Gut vorstellbar, dass es ihm am 13. September gelingt, viele Nein-Sager und Nicht-Wähler in die Wahlkabinen zu locken.

In der nächsten Woche hat Kandidat Jürgen Rützel seine erste öffentliche Wahlkampfveranstaltung. Am Mittwoch, 15. Juli, 19 Uhr, steht er im Sportheim am Millinger Sportplatz an der Jahnstraße Rede und Antwort.

Quelle: RP
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