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Rheinberg
Jugendorchester sorgt für ein sinfonisches Beben

Rheinberg. Die Vorfreude der Musikliebhaber auf dieses Konzert in Rheinberg war mehr als berechtigt. Am Sonntag begeisterten das Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen (LJO) und die herausragende junge Geigerin Lara Boschkor das Publikum in der Stadthalle, die trotz herrlichen Sonnenscheins sehr gut besucht war. Die jungen Spitzenmusiker brachten unter Leitung des Frankfurter Hochschulprofessors Hubert Buchberger die Halle zum Beben. Allen voran die 17-jährige Geigerin Lara Boschkor. Die schon vielfach preisgekrönte Solistin verzauberte alle mit ihrem herausragenden Spiel. Auf ihrer fast 300 Jahre alten Geige spielte sie das hochvirtuose Violinkonzert Nr. 1 von Henri Wienjawski. Die in Kleve aufgewachsene Lara Boschkor erhielt ihren ersten Violinunterricht mit viereinhalb Jahren. Sie absolvierte Meisterkurse und errang zahlreiche Preise.

Henri Wienjawskis Violinkonzert in fis-Moll gehört zu den schwierigsten Stücken des gesamten Geigenrepertoires. Auffallend sind das ausladende und großbesetzte Tutti im 1. und das besonders klangschöne im 2. Satz. Hinzu kommen die immer wieder halsbrecherischen Schwierigkeiten für die Solovioline.

Ein weiterer Höhepunkt war die machtvolle vierte Sinfonie von Brahms. Das Werk steht in seiner Genialität einzigartig da. Hubert Buchberger, seit 15 Jahren Chefdirigent des LJO, wertet die Arbeit an einem solchen Werk als eine enorme Herausforderung. Buchberger führte sein Orchester zu Höchstleistungen und das zum Teil erfreulich junge Publikum zum Strahlen. Es war eine Freude, ein so großes und großartiges Orchester in der Stadthalle in Rheinberg zu erleben. Diesem in Rheinberg sehr seltenen Erlebnis war die Akustik der Stadthalle durchaus gewachsen. Für das Publikum war es spannend zu erleben, mit welcher Hingabe und Freude sich die rund 80 jungen Musikerinnen und Musiker zwischen 14 und 24 Jahren ein so großes Werk erarbeitet haben und dieses in höchster Qualität aufführen. Man spürte ihren Spaß am gemeinsamen Musizieren und ihren Ehrgeiz, das Beste aus sich herauszuholen.

Eingangs spielte das LJO eine Komposition von Yasutaki Inamori. Dabei war die persönliche Anwesenheit des 1978 geborenen Komponisten eine unerwartete Ehre.

Das Team der Musikalischen Gesellschaft freut sich nun auf das nächste Konzert. Am 30. Oktober tritt in der Stadthalle das Klaviertrio Würzburg auf.

(HeKl)
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