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Alpen
KAB macht sich für soziale Gerechtigkeit stark

Alpen. Beim Bezirkstag in Alpen wird der Vorstand um den Vorsitzenden Jürgen Dötsch aus Duisburg bestätigt. Von Erwin Kohl

Am Samstag fand im Alpener St.-Ulrich-Pfarrheim der Bezirkstag der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) statt. Inhaltlicher Schwerpunkt war die Auseinandersetzung mit dem KAB-Jahresthema "Gut wirtschaften". Gemeinsam mit rund 100 Delegierten ging der Klever Pfarrer Norbert Arntz der Frage nach, wie eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft aussehen kann und muss.

Norbert Arntz wirkte acht Jahre als Seelsorger in Lateinamerika und gilt als Anwalt für die Armen und für mehr soziale Gerechtigkeit. In seinem Referat zitierte er aus einer Ansprache, die Papst Franziskus im Oktober im Rahmen des Welttreffens der sozialen Bewegungen gehalten hatte. Darin rief das Oberhaupt der katholischen Kirche zu mehr Solidarität auf und forderte die Konfrontation mit den zerstörerischen Folgen des Imperiums des Geldes: leidvolle Migration, Menschenhandel, Drogen, Krieg und Gewalt. Weitere Kernpunkte der Rede waren die Forderung nach einer eigenen Wohnung für jede Familie und Beschäftigung.

"Es gibt keine schlimmere materielle Armut als die, sich das tägliche Brot nicht zu verdienen und der Würde der Arbeit beraubt zu sein", zitierte Arntz, der sich dafür einsetzt, dass die Belange der Menschen nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet werden dürfen. Den Ruf nach sozialer Gerechtigkeit richtete der Klever Geistliche aber nicht nur an Gesellschaft und Politik. Seine Forderung: "Das muss auch auf jeder kirchlichen Ebene umgesetzt werden."

Traditionell werden am Bezirkstag der KAB Personen geehrt, die sich in besonderem Maße sozial und ehrenamtlich engagiert haben. Als "Soziale Persönlichkeiten" wurden in diesem Jahr Gerd Verhalen und Christa Siemes, die krankheitsbedingt nicht erscheinen konnte, geehrt.

Die 71 stimmberechtigten Mitglieder bestätigten den Duisburger Jürgen Dötsch im Amt des Bezirksvorsitzenden. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden seine Stellvertreter Mechthild Schulz aus Wesel und Horst Großjung (Duisburg). Zum neuen Kassenprüfer wählten die Delegierten Albert Zimmermann aus Neukirchen-Vluyn.

Im Anschluss mussten die Teilnehmer einer für sie ungewöhnlichen Satzungsänderung zustimmen. Zählte bislang die Vertretung der Interessen der Arbeitnehmerschaft in der Öffentlichkeit zu den vorrangigen Zielen und Aufgaben, musste dieser Passus nun durch die Formulierung "mildtätige Zwecke" ersetzt werden.

"Ich war dagegen, schließlich handelt es sich um eine der originären Aufgaben der KAB. Leider war diese Formulierung für das Finanzamt nicht mehr tragbar, weil ihr der Gemeinnutzen fehlt", sagte Horst Großjung. Der Duisburger wies darauf hin, dass es ab dem nächsten Jahr einen gemeinsamen Bezirkstag für die Vertreter aus den Kreisen Kleve und Wesel geben werde.

Quelle: RP
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