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Rheinberg
Katastrophen-Kabarett im Dialog mit dem Publikum

Rheinberg. Der Berliner Kabarettist Sebastian Nitsch brachte am Sonntag Katastrophen-Kabarett in die Stadthalle. Eine Mini-Drohne sauste über die Bühne, Kekse wurden verteilt. Der Dialog mit dem Publikum gelang.

Was hat Weihnachten mit Völlerei zu tun? Warum erobern von September an Lebkuchen und Weihnachtsmänner die Supermarktregale? Und: Wem bitteschön ist Weihnachten denn überhaupt eingefallen? Diesen und weiteren Geheimnissen versucht Sebastian Nitsch in seinem Programm auf die Spur zu kommen.

Klar: "Als Maria schwanger war, hat sie wahrscheinlich auch die eine oder andere Gurke mit Nutella ge-nascht!" Aber was hat Weihnachten mit Lebkuchenmassen zu tun, mit denen ganze Völker versorgt werden können? Die Antwort muss er gar nicht mehr geben. Nitsch hat seine tiefgreifenden Gedanken zum Konsum gut verpackt.

Er hat die Lacher auf seiner Seite, wenn er über die Zeit redet, in der "der Körper schon fast durch Gans erfüllt ist". Mit eigenen Erfahrungen tragen die Zuschauer zum Thema bei: "Wenn das Innenleben der Tupper-Schüssel ihr eigenes Klima entwickelt".

Unter dem Titel "Frohes Fest - fix und fertig!" verbergen sich aber auch Weisheiten, die das ganze Jahr über greifen: Beispielsweise, dass Shampoo-Werbung eigentlich beleidigend ist. Eigentlich müsste man es verbieten, dass Frauen reihenweise auf Produkten lesen, dass sie fettige, spröde oder glanzlose Haare haben. Auch der Zwang, mit Duftsprays alle natürlichen Gerüche zu eliminieren, wird in der Fürsprache für Kaffee-Kuss und Knoblauch-Seufzen aufs Korn genommen.

Dass er so locker vor sich hin plaudert, hat auch Vera Thuleweit vom Kulturamt überzeugt, den Berliner nach Rheinberg zu holen. "Er hat was zu sagen." Dem konnten viele Zuschauer nur zustimmen.

(BL)
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