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Rheinberg
Kein Bier mehr nach dem Hallensport

Rheinberg. Sportausschuss verbietet grundsätzlich Nikotin und Alkohol in Sporteinrichtungen. Fußball-Verbot zurückgestellt. Von Uwe Plien

Soll Kindern ab neun Jahren das Fußballspielen in allen Rheinberger Turnhallen mit Ausnahme der Großraumturnhalle an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße verboten werden? Die Stadtverwaltung ist der Meinung "ja". Sie begründet dies damit, dass die Turnhallendecken und auch teilweise an der Halendecke angebrachte Heizungsanlagen durch die strammen Schüsse der Nachwuchs-Ronaldos oftmals beschädigt werden. "Und das verursacht nun einmal hohe Kosten", sagte Helga Karl vom Fachbereich Sport in der Sitzung des Sportausschusses.

Das wollten die Fraktionen nicht einfach so hinnehmen. Eine Entscheidung wurde letztendlich nicht gefasst, weil die CDU noch Beratungsbedarf anmeldete. Einige Politiker sagten trotzdem ihre Meinung. Peter Mokros (Grüne) etwa argumentierte, er sitze im Sportausschuss, um Sport zu ermöglichen, und nicht, um ihn zu verhindern.

Die private "Fußballwelt" in den Messehallen gebe es nicht mehr, und Platz zum Fußballspielen sei rar. Sein Fraktionsfreund Dietmar Heyde sagte: "Man kann nicht einfach das Fußballspielen im Schulsport verbieten. Da muss man die Richtlinien berücksichtigen." "Mit einem solchen Verbot hat unsere Fraktion ein Problem, da müssen wir erst drüber nachdenken", betonte auch Michael von Parzotka-Lipinski von der SPD. Und FDP-Mann Joachim Butterbach fragte, ob man die Heizungsanlagen denn nicht schützen könne. In der nächsten Sitzung soll das Thema nun noch mal aufgegriffen werden. Bis dahin bleibt alles wie bisher.

Die Stadt hat aber noch ein anderes Verbot vorgeschlagen. Der Wortlaut dazu heißt: "In den Turnhallen und Gymnastikräumen einschließlich der dazu gehörenden Nebenräume gilt striktes Rauch- und Alkoholverbot." Die Begründung dazu lautet: Immer wieder liegen leere Flaschen in den Umkleiden herum oder der Hallenboden ist zum Beispiel durch Bierduschen versaut. Die Hallen müssen und sollen aber für den Schulsport wieder einwandfrei zur Verfügung stehen. Der Reinigungsaufwand sei enorm.

Mehrheitlich sprach sich der Sportausschuss für ein striktes Rauch- und Alkoholverbot in den Sporthallen und -räumen aus - gegen die Stimmen der Grünen und der FDP. Peter Mokros sagte, selbstverständlich dürfe nirgendwo, wo Kinder oder Jugendliche seien, geraucht oder Alkohol getrunken werden. "Aber es spricht doch nichts dagegen, dass Erwachsene nach dem Training in der Halle eine Flasche Bier trinken, wenn sie die Kabine vernünftig hinterlassen. Wenn sich jemand danebenbenimmt, müsse das ermittelt werden.

Das sah Michael von Parzotka-Lipinski ganz anders: "Alkohol und Nikotin, das hat beides in Sporthallen nichts zu suchen." "Auch wir sind dafür, Alkohol in den Hallen zu verbieten", unterstrich Marcus Krause für die CDU. Erstaunlicherweise haderte Bürgermeister Frank Tatzel mit dem Alkohol-Verbots-Vorschlag seiner eigenen Verwaltung: "Es gibt Vereine, die haben extra Kühlschränke angeschafft, um durch den Getränkeverkauf ein paar Euro für die Jugendkasse zu verdienen", sagte er. Es blieb aber bei der Verbots-Empfehlung an den Rat.

Quelle: RP
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