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Rheinberg
Kein guter Tag für die "Open Stage"

Rheinberg: Kein guter Tag für die "Open Stage"
Der Duisburger Liedermacher Ralf Röder spielte Songs wie "If I Had A Hammer" oder "On The Road Again" auf der Gitarre. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die sechste Ausgabe der Open Stage im Alpsrayer Bürgerzentrum stand am Samstag unter keinem guten Stern. Zwar wurde eine bunte Mischung für jedes Alter geboten, doch nicht alle Hobby-Künstler überzeugten, die Anlage war übersteuert und das Publikum blieb aus. Auch das bislang bewährte Prinzip, von leise zu laut, ging diesmal nicht ganz auf. Von Eva Karnofsky

Das Wetter hatte viele Anhänger der offenen Bühne an die holländische Küste gelockt, und das Champions-League-Endspiel trug ebenfalls dazu bei, dass sich die Reihen des "Medley" im Bürgerzentrum trotz freien Eintritts nicht füllen wollten, meinte der Vorsitzende des Trägervereins "Alpsrayer Bürgerzentrum", Hans-Peter Götzen. Bislang war die Veranstaltungsreihe immer gut angekommen.

Ralf Röder, einem gut gelaunten Informatiker aus Duisburg, kam die undankbare Rolle zu, den Anfang machen zu müssen, und eine stark übersteuerte Anlage sorgte dafür, dass man seine zur Gitarre gesungenen Texte kaum verstand. Bestimmt hätten die anfänglich gut 20 Besucher sonst zumindest einige der bekannten Pop- und Blues-Songs mitgesungen, etwa Willie Nelsons "On The Road Again" oder Pete Seegers Ohrwurm "If I Had a Hammer". Doch auch Röders mehr oder weniger gleich klingende Arrangements, die oft stark vom Original abwichen, überzeugten nicht so recht.

Mit Rebound und Liberta hatten sich zwei junge Hip-Hopper aus Gelsenkirchen und Köln zusammengetan. Auch von ihren Texten verstand man so gut wie nichts. Was vor allem bei Libertas letztem Stück, das wohl aus seiner eigenen Feder stammte und den Titel "Schlaflos" trug, recht schade war. Er beklagt darin eine kranke Welt, die ihn ansteckt. Der gemeinsame Auftritt der beiden jungen Männer hat noch so manche Probe nötig, und Libertas Freundin, die er dann auch noch auf die Bühne holte, kann nicht singen. Das war dann eher peinlich. Wirkliche Begeisterung zeigte dann auch nur der Tross, den die Hip-Hopper mitgebracht hatten. Als der dann nach dem Auftritt geschlossen abzog, lichteten sich die Reihen.

"Heaven done called" nennt sich kryptisch eine Blues-Rock-Gruppe nicht mehr ganz junger Semester aus Tönisvorst, die seit 2015 existiert. "Wir sind alle totale Langweiler, darum machen wir Blues", meint Sänger Carsten, der sich den Künstlernamen Eastwood ausgesucht hat und mit einer richtig schönen, tief-kratzigen Blues-Stimme gesegnet ist. Wäre die Anlage korrekt eingestellt gewesen, wäre Eric Claptons "Layla" oder Muddy Waters' "Hoochie Coochie Man" vielleicht sogar gut angekommen. Denn schlecht spielten sie nicht, die fünf Herren. Jürgen Heine war extra aus Straelen angereist, weil er im "Medley" schon mehrfach gute Musik gehört hatte. Umso enttäuschter war er. Der nächsten Band - fünf Lehrer eines Klever Berufskollegs, die auf Punk-Rock stehen und sich "6/45 a day" nennen - gab er genau zwei Lieder. Wenn es dann nicht klappte mit der Technik, wollte auch er den Rückzug antreten. Bei "Blitzkrieg Bop" von den Ramones nickte Heine anerkennend. Und als dann "The Rockshow" von Blink 182 ertönte, zeigte sein Daumen nach oben.

Quelle: RP
 
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