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Rheinberg
Kein Tischsitzplatz im Theater - Besucher aus Grefrather sauer

Rheinberg. Die Rheinberger Gruppe "HerMann's Bühne" begeisterte bei fünf Aufführungen. Am Rande kam's zu einer unfreundlichen Begegnung.

Die Gruppe "HerMann's Bühne" hat ihr neues Stück erfolgreich aufgeführt. Das Pfarrheim St. Anna war fünf Mal ausverkauft, das Publikum begeistert.

Nun liefert Holger Falk eine kritische Meinung nach. Der Grefrather war durch einen Arbeitskollegen auf die Bühne aufmerksam geworden und hatte sich sehr auf das Theater gefreut. Da ihn allerdings Rückenschmerzen plagten, habe er auf das Entgegenkommen der Veranstalter gehofft. Leider sei es aber ganz anders gekommen, so Falk. "Ich nahm im hinteren Bereich auf einem der Tische Platz, nachdem ich einen freundlichen älteren Herrn, der angesichts seines Shirts zweifelsfrei dem Team des Hauses zuzuordnen war, auf meine Rückenprobleme hinwies und dieser nichts dagegen einzuwenden hatte, dass ich dem Stück von diesem Ort aus folge. Aber weit gefehlt, kurz darauf wurde ich von einem weiteren Teammitglied kühl angesprochen, ,wohin ich denn gehören würde?' Ich erwiderte höflich, ,zum Publikum' und erneuerte meine Bitte, dem Stück von diesem Platz aus aufgrund meiner Rückenprobleme folgen zu dürfen. Entgegen schlug mir kalte Ignoranz, von gutem Willen keine Spur. Dabei luden die Tische oder zumindest die am Rande platzierten Stehtische doch geradezu ein, dass mir als Gast, der ich die 40-km-Anfahrt gerne auf mich genommen hatte, die Freude am Besuch von HerMann's Bühne unbenommen bleibt."

Ihm sei mit Eisesmiene signalisiert worden, dass er Platz zu nehmen oder ansonsten zu gehen habe, so der Grefrather, der findet: "Wir bedauern heutzutage den zunehmenden Verfall des kommunikativen Miteinanders, fehlende Empathie und freundliche Zugewandtheit. Einer Volksbühne(!) hatte ich solch' wertvolle Attribute noch am ehesten zugeschrieben, allerdings belehrte mich dieser ganz besondere ,Auftritt' des Herrn Kehrmann eines Besseren." Die Konsequenz: Noch bevor sich der Vorhang hob, habe er enttäuscht die Heimreise angetreten.

Rainer Kehrmann, bei "Hermann's Bühne" für den Bühnenbau und die Bewirtung zuständig, erinnert sich an die Begegnung mit Holger Falk, wertet sie aber ganz anders. "Natürlich haben wir Verständnis dafür, wenn jemand wegen Rückenschmerzen nicht sitzen kann", so der Rheinberger. "Aber ich konnte den Herrn dort nicht Platz nehmen lassen, weil die Plätze für einen anderen Zweck gebraucht wurden." Er habe ihn freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen. Rainer Kehrmann: "Man hätte sicher einen anderen Platz für den Herrn finden können." Es sei bedauerlich, dass der Grefrather noch vor Beginn des Stücks wieder nach Hause gefahren sei.

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