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Rheinberg
Keine erste Klasse in Ossenberg

Rheinberg: Keine erste Klasse in Ossenberg
FOTO: AP, AP
Rheinberg. Stadtrat beschloss, die Grundschule Ossenberg zu schließen – es fehlen die Kinder, um den Betrieb fortzuführen. Das Haus an der Graf-Luitpold-Straße wird zur Dependance von Wallach. Von Rainer Kaussen

Zum Ende des Schuljahres wird die Grundschule Ossenberg aufgelöst. Das beschloss gestern Abend der Stadtrat (eine Gegenstimme). Aus dem Gebäude wird eine Dependance der Grundschule Wallach – wo es allerdings keine erste Klasse mehr geben wird. Auch das wurde gestern im Rat klar.

Eingangsklassen nur in Wallach

Vor dessen Sitzung hatten sich nämlich die Arbeitsgruppe Schulentwicklung und die Leitung der Grundschule Wallach getroffen. Wie Bürgermeister Hans-Theo Mennicken berichtete, habe die Schulleitung bei dieser Sitzung zugesagt, alle zur ersten Klasse angemeldeten Kinder aus Ossenberg in einem Klassenverband zusammen zu fassen – am Standort Wallach.

Aus schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen. Platz genug sei vorhanden, weil drei vierte Klassen die Schule verlassen und aus den I-Dötzchen vier Eingangsklassen gebildet würden. Auch Räume für den offenen Ganztag stünden zur Verfügung.

Warnung vor Geisterschule

Gleichwohl sah SPD-Ratsherr Michael Kuklinski die Grundlage für den Schließungs-Beschluss erschüttert: "Wir haben dem bislang zugestimmt, weil es hieß, dass es in Ossenberg eine erste Klasse geben wird." Wenn das nicht der Fall sei, könne er der Schließung nicht zustimmen. Von den zwölf aus Ossenberg angemeldeten I-Dötzchen würden erheblich mehr als die Hälfte nicht nach Wallach gehen, sondern in eine andere Grundschule. Und für den Standort Ossenberg sagte Kuklinski die Entwicklung zur "Geisterschule" vorher: "Mittlerweile sind auch viele Eltern von Kindern in der zweiten und dritten Klasse so weit, dass sie ihre Kinder ummelden werden."

Klaus Bechstein (SPD-Fraktionsvorsitzender) unterstrich, seine Fraktion tue sich mit der Zustimmung zur Schließung nicht leicht. Aber die Entscheidung beruhe auf der gesetzlichen Grundlage. Und für die Zusammenfassung aller Eingangsklassen an einem Standort, nämlich dem in Wallach, gebe es durchaus Argumente. Grundsätzlich müsse man sehen: Alles, was nun in Ossenberg als Dependance-Standort geschehen werde, sei eine Übergangs- bzw. Notlösung.

Dadurch, dass nun keine erste Klasse mehr gebildet wird, werde der Schulbetrieb an der Graf-Luitpold-Straße auch nicht weitere fünf Jahre laufen, sondern spätestens in drei Jahren beendet sein.

Quelle: RP
 
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