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Alpen
Ketchup ganz ohne Tomaten

Alpen. Die Markengemeinschaft Demeter hat den Rote-Bete-Ketchup vom Alpener Schanzenhof als Produkt des Jahres ausgezeichnet. Der Ketchup besteht aus den roten Rüben, Kräutern und Gewürzen sowie Zuckerrübensirup. Von Sabine Hannemann

Die Überraschung ist Ruth Laakmann vom Schanzenhof in Veen immer noch anzumerken. "Kommt zum Demeter-Stand auf der Bio-Fach nach Nürnberg", hieß im Frühjahr die simple Aufforderung an sie, Ludger Schreiber und das Schanzenhof-Team. "Die Messe kennen wir. Sie gilt als weltgrößte Fachmesse für Bio-Lebensmittel", sagt Ruth Laakmann. "Bei uns machte sich Spannung breit. Aber mit diesem Ergebnis hatten wir nicht gerechnet." Der Rote-Bete-Ketchup, den der Schanzenhof seit knapp einem Jahr produziert und bundesweit vertreibt, hatte zunächst bei Verkostungen die Verbraucher und später auch die Jury überzeugt: So wurde er gemeinsam mit einem Apfel-Rotkohl das Demeter-Produkt des Jahres 2016.

Der Rote-Bete-Ketchup traut sich was. Er hängt die Tomate als Ausgangsprodukt einfach ab. Angefangen hatte alles mit einer Idee, die auf dem Schanzenhof zusammen mit Marlies Franke-Fokken geboren wurde. Sie besitzt im hessischen Modautal einen Feinkost produzierenden Betrieb, den sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Margot Warda führt. Beide Frauen sind innovativen saisonalen Lebensmittelkompositionen gegenüber aufgeschlossen.

"Nach entsprechenden Rezepten haben wir bei uns experimentiert, probiert, verändert und wieder neu hergestellt", berichtet Ruth Laakmann. Nach mehreren Entwicklungsstufen hieß es endlich: "Ab ins Gläschen und Deckel drauf." Zunächst wurden einige Tausend Einheiten produziert.

Zu den Hauptbestandteilen neben Gewürzen und Kräutern wie Meerrettich gehören samenfeste Sorten des Wintergemüses und Zuckerrübensirup vom Schanzenhof. "Wir liegen nach Demeter-Richtlinien bei mehr als 90 Prozent Zutaten aus biologisch-dynamischem Anbau", so Ruth Laakmann. Rote Bete als Ketchup? "Das funktioniert gut, weil Rote Bete sehr vielfältig ist", sagt die Landwirtin. Ähnlich vielfältig wie die Tomate für den traditionellen Ketchup.

Bis allerdings die professionelle Produktion anlaufen konnte, musste der Freundeskreis zum Probieren ran. Das Feedback fiel positiv aus. Alles Weitere lief wie am Schnürchen. Der Ketchup aus roten Rüben ging mit Kennzeichnung, Mindesthaltbarkeitsdatum sowie Zutatenliste inklusive Scanner-Strichcode in die Verkostungsphase.

Mit Erfolg. Die ersten Bestellungen kamen postwendend. "Aus Spaß hatten wir das Rezept bei Demeter eingereicht. Der Verband macht regelmäßig diesen Wettbewerb", erläutert Laakmann. Aus einer spontanen Idee entwickelte sich binnen Jahresfrist eine solide Geschäftsidee. Welche amtlichen Wege zur Einführung eines neuen Produktes auf dem Markt nötig sind, erstaunt Ruth Laakmann bis heute: "Die Vorgaben für den Handel sind hoch und werden durch neue Richtlinien zur Verarbeitung immer wieder erweitert."

Verkauft wird der Ketchup vor allem in Bioläden und -Supermärkten sowie im Online-Handel. Einfach ist der Kauf direkt ab Schanzenhof, Winnenthaler Straße 41 oder als Bestellung per Mail. Das Glas kostet 5,90 Euro. Gerade werden die roten Rüben geerntet für nächste Ketchup-Produktion. Was nicht in den Ketchup geht, wird in Bioläden verkauft oder zu Saft verarbeitet.

Der Ketchup selbst passt zu Gebratenem, Gegrilltem und Nudeln, man kann ihn auch als Brotaufstrich verwenden. Und wie schmeckt der Rote-Bete-Ketchup ohne jegliche synthetische Zusatzstoffe? Leicht erdig, pikant und würzig und nach feiner Süße. Der Zuckerrübensirup macht den Genuss rund.

Quelle: RP
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