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Rheinberg
Kinder mögen den "König der Tiere"

Rheinberg: Kinder mögen den "König der Tiere"
Maßgeschneidert: Sonja Libuda (rechts) passt dem Mädchen Sultan gerade das erste selbstgenähte Affenkostüm an. Die Aufführung des Stückes "König der Tiere" nimmt allmählich Gestalt an. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Bei der herbstlichen Ferienaktion in der Begegnungsstätte der Reichelsiedlung bereiten mehr als 80 Kinder aus rund 20 Nationen die Aufführung des Stückes "König der Tiere" vor. Der Teamgeist ist ausgeprägt, jeder lernt von jedem. Von Sabine Hannemann

Im Eingangsbereich der der Begegnungsstätte in der Reichelsiedlung riecht es nach Farbe und Kleister. Mächtig zu tun haben die Bühnenbauer, die wahrhaftig "den Affen machen". In der oberen Etage rattert die Nähmaschine, Musikfetzen dringen aus einem der Räume. Die Rheinberger Ferienkinder bauen für den "König der Tiere" ein Reich mit allem, was dazugehört: Giraffen, Zebras, Elefanten und eben auch Affen.

Nico Pracht (8), Mark Aldenhoff (8) und Leon Weber (7) machen sich als Team richtig gut. "Wir haben den Affen vorne angemalt. Der muss jetzt trocknen. Morgen ist der Rücken dran", erklären die Macher, die außerdem noch einen Vogel "gekleistert" haben. Das Bühnenbild mit Pappmaché-Figuren nimmt erkennbare Formen an. Die schöpferische Ferienwerkstatt macht Spaß, "weil wir hier so viele Sachen machen dürfen", erklären die Jungen.

Zu den Experimentierfreudigen gehört auch die Gruppe mit dem Namen "Wer hat die Kokosnuss geklaut?" Eine muntere "Affenbande" um King Louis, wie sich schnell herausstellt, die für ihren Auftritt am Samstag Kostüme näht, Masken bastelt und den Evergreen mit der Kokosnuss probt. Sonja Libuda (29) ist die Frau mit Schere, Stoff und Nähmaschine. Seit Jahren begleitet sie den herbstlichen Ferienspaß.

Von der Gruppenkonstellation ist sie begeistert. "Alle machen gut mit und sind beschäftigt." Weit mehr als 80 Kinder bis 14 Jahre haben sich auf das Abenteuer mit dem "König der Tiere" eingelassen. Sieben Gruppen und 14 Betreuer arbeiten beim kostenfreien Ferienprojekt mit, das das Jugendamt Rheinberg und das Diakonische Werk des Kirchenkreises Moers gemeinsam stemmen.

Zu den tierischen Werkstätten gehört auch die Theatergruppe, die die Geschichte um den "König der Tiere" aufführen wird. Dafür werden Texte gelernt, neue Dialoge erarbeitet und aufgeschrieben. "Freitag ist Generalprobe", erzählt Maren Harting, Leiterin der Begegnungsstätte. Zusammen mit Bernard Bauguitte, Diakonisches Werk, hat sie die Zügel in der Hand. "Toll ist für uns, dass aus dem gesamten Stadtgebiet die Kinder zu uns gekommen sind", sagen sie.

Darunter sind auch erstmals Kinder von Flüchtlingen. "Die Verständigung ist kein Problem und klappt mit Händen und Füßen, oder eines der Kinder spricht die jeweilige Sprache", so Maren Harting. Geschätzte 20 Nationalitäten sind am Werk und das täglich bis 15 Uhr.

Auch das gemeinsame Mittagessen gehört dazu. Klassiker gestern: Spaghetti mit Tomatensoße. Lieblingsgericht heute: "Richtiges Kartoffelpüree, Erbsen und Möhren, Fischstäbchen", verraten die Küchenfeen. Bernard Bauguitte weist auf den Netzwerkcharakter des Projektes hin. "Dank der Sponsoren können wir so etwas anbieten." Ihm ist ein weiterer Aspekt wichtig. "Die Kinder lernen voneinander und verstehen sich als Gruppe. Viele sehen sich bei uns zum ersten Mal", so Bauguitte. Anders als die Jahre zuvor bleiben die Gruppen bis zur Aufführung bei ihrem Team.

Biggi Kraemer gehört zum Team der Bühnenbauer. "Die Kinder sind pfiffig und aufgeweckt", sagt sie. Das Arbeiten klappt super, weil sie sich alle gut vertragen." Die verschiedenen Exponate wie Bilder, Giraffe, Zebra und Co. werden später in der Rheinberger Geschäftsstelle der Sparkasse ausgestellt.

Quelle: RP
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