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Rheinberg
"Komm nach Rheinberg": Rech wirft hin

Rheinberg: "Komm nach Rheinberg": Rech wirft hin
Herbert Rech an der Gelderstraße. Er ist enttäuscht, dass es kaum Reaktionen auf sein Konzept gab und wirft hin. Er vermutet, dass es in Politik und Verwaltung kein ernsthaftes Interesse an einer Belebung der Innenstadt gibt. FOTO: Armin Fischer (Archiv)
Rheinberg. Der Rheinberger Makler im Ruhestand ist frustriert, dass es kaum Reaktionen auf sein Konzept gibt. Er wollte das Problem leerstehender Ladenlokale in den Griff bekommen. Die Stadt habe lediglich die Eigentümer angeschrieben. Von Uwe Plien

Mit einem Grobkonzept unter der Überschrift "Komm nach Rheinberg" hatte Herbert Rech, Immobilienmakler im Ruhestand, einen Beitrag dazu unterbreitet, wie man das Problem leerstehender Ladenlokale in der Innenstadt in den Griff bekommen kann.

Rech wollte neue Wege gehen. Seine Idee: eine Kurzzeitvermietung. Eigentümer leerstehender Ladenlokale sollten ihr Geschäft für zunächst mindestens zwei Monate probeweise zur Verfügung stellen. Ohne Miete zu verlangen, nur die Betriebskosten müssten gezahlt werden. Und eine Kaution.

Das Angebot richtete sich an unterschiedlichste Kreise. Wer zugreifen wollte, hätte sich nach der vereinbarten Zeit selbst entscheiden können: Höre ich wieder auf, weil es nicht klappt, oder gehe ich ein längerfristiges Mietverhältnis ein? Wichtiger Hinweis: "Der eingeschaltete Makler sollte keinerlei Provision für diese Kurzzeitmiete bekommen", machte Herbert Rech deutlich, als er der RP sein Konzept im März vorstellte. Zur Umsetzung schlug er damals vor, einen "Initiativkreis Altstadt Rheinberg" zu gründen. Bürger, Geschäftsleute, Funktionäre - jeder hätte sich dort einbringen können. Es ging ihm dabei auch darum, den in Rheinberg bisher nie oder selten gebrauchten Begriff "Altstadt" zu etablieren.

Doch jetzt wirft Herbert Rech hin. "Ich bin nicht mehr bereit, dieses Konzept zu verfeinern und zu verwirklichen. Ich habe meine Arbeit an der Sache gestoppt", teilt der Initiator mit. "Lippenbekenntnisse und Papiergeraschel sind für mich nie die Basis unternehmerischen Handelns gewesen."

Offenbar gebe es kein Interesse an seinem Konzept, sagte Rech bedauernd. "Ich habe alle Fraktionen informiert, aber einzig und allein die Grünen haben mich eingeladen, es genauer vorzustellen." Die Stadt habe lediglich im April ein von Bürgermeister Frank Tatzel unterzeichnetes Schreiben an Eigentümer Rheinberger Ladenlokale verschickt und darin auf das Rech-Papier hingewiesen. Dieses Schreiben sei nicht mit ihm abgestimmt gewesen, darüber hinaus sei in der Zwischenzeit nichts Sichtbares passiert. Die Ausschusssitzung für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur, in der über das Konzept gesprochen werden sollte, fand nicht statt.

Das Schreiben der Stadt - so habe es ihm Wirtschaftsförderer Thomas Bajorat mitgeteilt - sei "zur Gänze ohne jede Reaktion geblieben". "Verständlich", so Rech, "denn dieses Schreiben ist vorwiegend negativ verfasst und zeigt auch grundsätzlich falsche Ansätze. Ohne die begleitenden tatsächlichen Maßnahmen, die den Aufenthalt in der Altstadt für den Kunden attraktiv machen, hat meine geplante Aktion absolut keinen Zweck. Langfristig erfolgreiches Handeln im Verkauf besteht regelmäßig aus vielen Kleinigkeiten und absoluter Zuverlässigkeit."

Quelle: RP
 
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