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Rheinberg
Krimi unter sonnigem Schützenhimmel

Rheinberg: Krimi unter sonnigem Schützenhimmel
FOTO: Fischer Armin
Rheinberg. Meik D'Angelo von St. Michaelis ist neuer Rheinberger Schützenkönig. Mit dem 145. Schuss setzte sich der 48-jährige Oberst der Bruderschaft gegen die Brüder Franz-Josef und Andreas Schmitz durch. Das Trio hatte sich nichts geschenkt. Von Uwe Plien

Es war ein Krimi, wie er im Buche steht. Um 20.38 Uhr, knapp zwei Stunden nach der Eröffnung des Königschießens, geht gestern Abend zum ersten Mal ein sattes Raunen durch die Menge. Meik D'Angelo holt ein ordentliches Stück vom Rumpf des schon total zerfetzten Holzvogels herunter. Fünf Minuten später nahezu die gleiche Szene, diesmal ist es Andreas Schmitz (44), der anlegt und das Holz spaltet. Und um 20.47 Uhr legt der dritte im Aspirantenbund, Franz-Josef "Frajo" Schmitz (47), gefährlich nach. Nur eine Minute danach: Peng, nächster Schuss von Andreas Schmitz, und es hängt nur noch ein letzter Rest an der Schraube. Die Freunde schenken sich nichts unter dem Kugelfang. Man spürt: Jeder von ihnen will gewinnen. Um 20.55 Uhr dann die Entscheidung: Meik D'Angelo schafft es, die letzten Splitter auf den Boden zu befördern. Aus, vorbei, der 48-Jährige Oberst der St.-Michaelis-Bruderschaft ist neuer Schützenkönig von Rheinberg und hüpft vor Freude wie ein HB-Männchen um den Schießstand. Geschafft!

Oben: Frajo Schmitz (links) und Andreas Schmitz (rechts) tragen den neuen König Meik D'Angelo auf Armen. Der freut sich wie ein Schneekönig. FOTO: Fischer Armin

Dann applaudiert die Menge, die sich das Spektakel aus sicherer Entfernung angeschaut hat. Der 145. Schuss hat gesessen. 20, 30, 40 Freunde und Bekannte, darunter auch die Ehefrau und neue Königin Manuela, stürmen den Schießbereich und gratulieren dem neuen König, dem sein Vorgänger Peter Bachorski das Königssilber umlegt.

Ein paar Stunden zuvor: Heinz Terschlüsen, Brudermeister der St.-Michaelis-Schützen, guckt mit prüfendem Blick zum Himmel und sagt: "Echtes Schützenwetter." Blauer Himmel, Sonne, nur ein paar Wölkchen und leichter Wind - so haben es die Brauchtumsfreunde gerne. So als habe ihm das Top-Wetter magische Kräfte verliehen, marschiert Terschlüsen gegen halb sechs zum Schießstand, legt an - und pfeffert mit einem gezielten Schuss den Schwanz des von Jörg Klopertanz wunderschön gebauten Vogel von der Stange. Ein Volltreffer!

Zuvor sind bereits die anderen Vogelpreise gefallen. Jürgen Bethke befördert den Kopf auf den Schützenrasen, eine Viertelstunde später holt sich Beate Kempken den rechten Flügel, wiederum eine halbe Stunde später folgt der linke Flügel (Nina Thiemann). Ganz zum Schluss erledigen Wolfgang Gardemann die linke und Stefanie Klopertanz die rechte Kralle.

Bereits am Vormittag holen die Schützen unter musikalischer Begleitung der Feuerwehrkapelle das scheidende Königspaar Peter und Manuela Bachorski ab und begleiten es zum Festplatz. Gegen 11 Uhr beginn das Ehrenschießen. Das erfolgreiche Preisschießen im Anschluss ist für Mitglieder der Vereine der Dreierschützengemeinschaft - Michaelis, Bürgerschützen und Sebastianer - freigegeben. "Wir hatten 138 Schützen und 72 Preise", sagt ein erfreuter Brudermeister Heinz Terschlüsen. Das bedeutet ein strammes Pensum für die vier Schießmeister Jürgen Bethke, Rolf Morche, Jörg Klopertanz und Roland Dorawa, die sich abwechseln.

Am Ende hat sich die Mühe für alle Beteiligten auf jeden Fall gelohnt: Dieser Schützentag klingt mit einem schönen Fest im gut gefüllten Schützenzelt aus. Die Freude hoch!

Quelle: RP
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