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Rheinberg
Kritik an Awo-Plänen beschäftigt den Rat

Rheinberg. Anwohner meldeten sich gestern in der Stadthalle zu Wort. Grüne: Die Kommunikation war nicht gut. Von Uwe Plien

1200 Rheinberger, so sagte es gestern Abend Ralf Winstroth von der Bürgerinitiative gegen den Bau des Awo-Verwaltungsgebäudes am Pulverturm, haben sich dem Protest inzwischen angeschlossen, indem sie dagegen unterschrieben haben. Einige davon besuchten die Ratssitzung und meldeten sich auch zu Wort. Unter ihnen war Norbert Ricking, der auf den Unternehmer Aumund als gutes Beispiel dafür verwies, wie man alte Bausubstanz erhalten und sinnvoll nutzen könne. "Beim Bauvolumen der Awo ist die alte Bausubstanz in der Altstadt für immer und ewig begraben", so Ricking, der dafür warb, eine einvernehmliche Lösung und einen anderen Standort als den an der alten Montessorischule zu suchen. Unter anderem brachte er den alten Netto-Markt an der Xantener Straße ins Gespräch.

Ulrich May mutmaßte, dass sich die Ratsmitglieder im Vorfeld ihrer Entscheidung, für den Verkauf zu stimmen, zu wenig mit der historischen Bedeutung des Grundstücks befasst hätten.

Ralf Winstroth erkundigte sich danach, warum das Thema so lange hinter verschlossenen Türen beraten und entschieden worden sei und ob die Stadt eine Chance sehe, die Entscheidung zurückzudrehen. "Diese Baumaßnahme betrifft nicht nur die 1200 Unterzeichner unserer Unterschriftenlisten, das betrifft alle Rheinberger. Warum haben Sie eine Entscheidung von solcher Tragweite nicht-öffentlich im Haupt- und Finanzausschuss getroffen?", wollte er wissen.

Bürgermeister Frank Tatzel erwiderte, die Entscheidung sei transparent und rechtlich einwandfrei gefällt worden. Beigeordneter Dieter Paus konkretisierte dies und zeichnete die einzelnen Verfahrensschritte nach. Dabei sagte er mehrfach, dass das Konzept des Kreisverbandes Wesel der Arbeiterwohlfahrt überzeugt habe. Bereits im Haushaltssicherungskonzept sei die Fläche als eine deklariert worden, für die die Stadt keine Verwendung mehr habe, die verkauft werden könne und die für soziale Zwecke genutzt werden solle. Paus: "Noch liegt uns kein Bauantrag vor, somit können wir über die Gestaltung des Baus noch sprechen."

Während Erich Weisser (CDU) die Diskussion beenden wollte, weil er befürchtete, dass zu viel aus nicht-öffentlicher Sitzung geplaudert werde, zweifelten Jürgen Madry (SPD) und Herbert Becker (FDP) nicht an der Richtigkeit ihrer Entscheidungen. Lediglich die Grünen zeigten sich selbstkritisch. "Ich habe damals geglaubt, dass wir für unsere Entscheidung sogar Zustimmung bekommen und dass dieses Gebäude gut hierher passt", so Jürgen Bartsch. "Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass die Kommunikation besser hätte sein müssen. Zwischen Stadt, Anwohnern und Awo hätte es transparenter laufen können."

Quelle: RP
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