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Rheinberg
Unbekannte überfuhren Kröten auf gesperrten Straßen

Krötenwanderung in Rheinberg: Unbekannte überfuhren Kröten auf gesperrten Straßen
Ein totes Weibchen, das schon Laichschnüre mit sich trägt, hatte sein schon vorher getötetes Männchen huckepack genommen. FOTO: Nabu
Rheinberg. Unverständnis und Wut macht sich unter den Helfern der Ortsgruppe Rheinberg des Naturschutzbundes (Nabu) breit. Unbekannte haben Maßnahmen zum Krötenschutz mutwillig missachtet. "Gleich mehrfach sind Beschilderungen beschädigt und Schranken geöffnet worden", berichtet Sylvia Oelinger vom Nabu in Rheinberg. Sie ist empört. "Oder man verschafft sich anderweitig Zugang zum nächtlich gesperrten Straßenbereich in Budberg." Ein schlechtes Gewissen jedenfalls, das daran hindere, Straftaten zu begehen, scheine es nicht zu geben.

Die Naturschützer kümmern sich mit erheblichem Aufwand darum, dass die Kröten an besonders gefährdeten Stellen im Stadtgebiet nächtens sicher über die Straße kommen. Dafür sind nachts einige Straßen gesperrt. Doch das helfe nichts, wenn Schutzvorkehrungen zerstört würden.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag seien sehr viele Amphibien unterwegs gewesen, berichtet Oelinger. Am nächsten Morgen seien zahlreiche Tiere, davon sehr viele Pärchen, in allen gesperrten Straßenabschnitten tot aufgefunden worden. "Das war kein schöner Anblick", so die Nabu-Sprecherin. Sie appelliert an die Tierliebe der Bevölkerung und bittet um Hilfe, derartigen Frevel an der Natur zu verhindern.

Das aktuell warme Wetter sei ideal für die Wanderaktivitäten von Kröten, Fröschen und Molchen. Ordnungsamt und Naturschutzbund bitten um Verständnis für die nächtliche Vollsperrung in der Zeit von 20 bis 7 Uhr in den Nebenstraßen der Budberger Seenplatte.

Die Experten gehen davon aus, dass die Hauptwanderung der Kröten bei anhaltend warmen Temperaturen bis Ende des Monats vorbei ist. Bis dahin gehen alle Helfer weiterhin zu unterschiedlichen Zeiten auf Beobachtungsposten, um die skrupellosen Verursacher der Schäden zu finden. Bei Verstößen gegen die Auflagen erfolgt eine Anzeige, heißt es vom Nabu.

Quelle: RP
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