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Alpen
Kunst für jeden Geschmack

Alpen. Der 22. Kunsthandwerkermarkt der Kunstpalette Niederrhein war ein Erfolg. Die Aussteller präsentierten ihre Waren und die Kunden kamen in Scharen. Von Erwin Kohl

Rund um die Bönninghardter Gaststätte Thiesen war am Wochenende kaum ein Parkplatz zu bekommen. Grund dafür war der zum 22. Mal stattfindende Kunsthandwerkermarkt der Kunstpalette Niederrhein, einer Vereinigung von kreativen Menschen aus Alpen und Umgebung.

Dicht gedrängt schlenderten die Besucher durch den liebevoll dekorierten Saal und staunten dabei immer wieder über den Einfallsreichtum der Anbieter. Echte Hingucker auf Leinwänden bot Anga Breznikar. Die Duisburgerin hat sich darauf spezialisiert, Kunstwerke aus Abfall entstehen zu lassen. Etwa die farbenprächtige Gitarre, deren Umriss aus einem Rest Wäscheleine besteht oder das Motorrad aus dem Innenleben eines defekten Tauchsieders.

Ein Klassiker beim Bönninghardter Kunstmarkt sind die vielfältigen Strickwaren. Corrie Deenen hatte neben Socken und Schals sogar einen selbstgestrickten Teddy in der Auslage. "Bruno hat den Vorteil, dass man ihn einfach in die Waschmaschine stecken kann, wenn er mal bekleckert ist", erklärt die Alpenerin.

Ein Unikum sind die fliegenden "Madämchen" von Ilonka Tegethoff. Die Idee zu den an Gummischnüren schwebenden Engelchen kam der Künstlerin bei einem Blick in die Materialkiste: "Ich hatte so viele Styroporkugeln übrig, da habe ich gedacht, die eignen sich prima als Bauch." Die silberne Haarpracht der herrlich pummeligen Madämchen fand Tegethoff in der Küche: "Das waren mal Topfschwämme."

Was die Tischdekoration betrifft, erlebt die gute alte Häkeldecke gerade eine Renaissance. Der Stand von Erika Gradisar ist dementsprechend umlagert. "Man kann diese Decken beliebig oft waschen, ohne dass sie ihre Farben verlieren. Besonders beliebt sind derzeit gehäkelte Tischläufer", erzählt die Alpenerin.

Irmgard Eckerts Arbeitsplatz ist die Nähmaschine, dort entstehen lustige kleine Wichtelmänner, bunte Flaschenbeutel und Gänse im Rosenkleid. "Die sind mit Sand gefüllt und eignen sich prima als dekorative Türstopper", sagt die Duisburgerin.

Wer hat sich nicht schon einmal über ein Eselsohr im Buch geärgert? Veronika Jurich faltet sie mit Absicht hinein und lässt auf diese Weise dem Buchrücken gegenüber Kunstwerke entstehen. Um ein dreidimensionales Herz aus dem Buch ragen zu lassen, muss jede Seite an exakt der richtigen Stelle gefaltet werden. Damit das nicht langweilig wird, "verfaltet" die Veenerin am liebsten Krimis.

Eine riesige Auswahl an selbstgemachten Kuchen versüßte die Pausen und wer die Kalorien scheute, ließ sich eine herzhafte Suppe schmecken. Den Erlös aus diesen Einnahmen spenden die Kunsthandwerker übrigens an den Alpener Kinderschutzbund.

Quelle: RP
 
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