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Alpen
"Leader vor Ort" läuft nur sehr zaghaft an

Alpen. Nur ein gutes Dutzend Interessenten kamen zum ersten Themenabend zu Beginn des regionalen Förderprojektes ins Schützenhaus in Menzelen. Erkenntnis: Der Weg an die Geldtöpfe ist mühsam. Von Peter Gottschlich

"Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß." Hätte der Soziologe Max Weber heute gelebt, hätte er vielleicht das Wort "Bürokratieliebe" hinzugefügt. "So viel Bürokratie haben die meisten wohl nicht erwartet", sagte Beate Pauls beim ersten Treffen "Leader vor Ort" im Schützenhaus in Menzelen.

Die Regionalmanagerin skizzierte dort mit ihrer Kollegin Kristin Hendriksen, wie Projekte der Leaderregion auf den Weg gebracht werden können - wie beispielsweise Themen-Radtouren. Wie die Besucherzahl zeigte, ist dies weniger interessant, als Ideen auf Kärtchen zu schreiben, mit welchen Projekten die Städte Rheinberg und Xanten sowie die Gemeinden Alpen und Sonsbeck das Leaderziel "Niederrhein - natürlich lebendig" erreichen können. Waren im Oktober 2014 zum Leaderauftakt 250 Interessierte ins Sonsbecker Kastell gekommen, fanden am Mittwochabend gerade mal 15 Leute den Weg ins Schützenhaus.

Sie hörten, welche Bedingungen ein Projekt erfüllen muss, damit EU-Fördermittel fließen. Zunächst muss es in eines der fünf Handlungsfelder passen, zum Beispiel ins Feld "Aktiver Niederrhein", das Kultur und Freizeit, Natur und Landschaft unter einem touristischen Aspekt zusammenfasst. Das würde zum Beispiel für eine Radwandertour zu Streuobstwiesen gelten, die vom Alpener Viktor Illenseer vorgeschlagen wurde. Für die Idee muss ein Träger gefunden werden - im Idealfall ein Verein, weil dann eine Förderung bis zu 65 Prozent möglich ist. Denkbar sind auch Kommunen oder Unternehmen.

Der Projektträger muss Ziele, Kosten, Ansprechpartner und Nachhaltigkeit aufschlüsseln. "Der Umfang einer Projektbeschreibung liegt bei zwei bis fünf Seiten", sagte Kristin Hendriksen. Der Projektträger ist für die Finanzierung verantwortlich. Er muss mindestens zehn Prozent Eigenmittel stemmen, die auch als Muskelhypothek eingebracht werden können. Die anderen 25, 30 oder 40 Prozent können auch unechte Eigenmittel sein wie Spenden oder Co-Finanzierungen der Gemeinden. Der Eigenanteil muss vertraglich zugesichert sein.

Die Beschreibung wird unter landschaftsplanerischen Gesichtspunkten geprüft und vom Leadervorstand auf einer Prioritätenliste eingeordnet. Dann entscheidet die Bezirksregierung Düsseldorf.

"Wir unterstützen die Projektträger", sicherte Kristin Hendriksen mit Blick auf das nächste Leadertreffen vor Ort zu. Zu diesem will das Regionalmanagement unter dem Thema "Energetischer Niederrhein" nach Rheinberg einladen. Das dritte Treffen vor Ort ist in Xanten zum Thema "Geschäftiger Niederrhein" geplant, das vierte in Sonsbeck unter dem Thema "Generationenfreundlicher Niederrhein".

Quelle: RP
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