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Rheinberg
Lebensqualität Sterbender verbessern

Rheinberg: Lebensqualität Sterbender verbessern
Die noch verbleibende Lebenszeit in vertrauter Umgebung selbstbestimmt verbringen: Genau darum geht es in der Palliativmedizin. FOTO: Mark Bowden (Archiv)
Rheinberg. "Jeder Moment ist Leben": "Palliativ Netzwerk Niederrhein" lädt zum Informationstag am Samstag ins Alte Rathaus ein. Von Nicole Maibusch

Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, rückt für Schwerstkranke der Erhalt der Lebensqualität in den Mittelpunkt. Sie wünschen sich, die ihnen verbleibende Lebenszeit in vertrauter Umgebung selbstbestimmt zu verbringen. Genau darum geht es in der Palliativmedizin. Doch oft wissen Betroffene und ihre Angehörigen nicht, welche Angebote es gibt und an wen sie sich wenden können. Unter dem Motto "Jeder Moment ist Leben" lädt daher das Palliativ Netzwerk Niederrhein für Samstag, 14. Oktober, von 10 bis 15 Uhr, zum Palliativtag ins Alte Rathaus ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der NRW-weiten Hospiz- und Palliativtage statt. Gleichzeitig laufen entsprechende Veranstaltungen in Goch, Geldern und auch in Neukirchen-Vluyn.

"Wir möchten das fünfjährige Bestehen unseres Netzwerks nutzen, um uns mit unseren Partnern einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen", sagt Dr. Günther Klaus Gollan vom Palliativ Netzwerk Niederrhein. So haben die Bürger die Gelegenheit, sich bei der Veranstaltung, deren Schirmherrschaft Bürgermeister Frank Tatzel übernommen hat, ausführlich über die Arbeit zu informieren und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Auch Vorträge stehen auf dem Programm. Der Rheinberger Arzt Dr. René Simon referiert beispielsweise über die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. "Im Anschluss daran haben die Besucher natürlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen", versichert Dr. Gollan.

Zudem wird der "Palliativausweis für den Niederrhein" vorgestellt, der als Ergänzung zur Patientenverfügung dient. "Dieser Ausweis bietet Sicherheit - sowohl schwerkranken Patienten als auch dem in einer Notfallsituation behandelnden Arzt", so der Allgemein- und Palliativmediziner. Oft lehnen Schwerstkranke eine Krankenhauseinweisung oder andere intensiv-medizinische Maßnahmen ab. Der Ausweis informiert schnell und umfassend über die Wünsche des Patienten, um eine Behandlungsentscheidung in dessen Sinne zu treffen, wenn dieser selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist und eine Patientenverfügung nicht vorliegt. "Optimalerweise tragen Patienten den Ausweis mit sich beziehungsweise bewahren ihn gut auffindbar stets der gleichen Stelle auf", erläutert Gollan. Erhältlich ist der Palliativausweis beim behandelnden Arzt.

Schon 2010 haben Palliativmediziner, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Pflegeberufe, Psychoonkologen, Apotheken, Hospize sowie ambulante Hospizdienste in den Kreisen Kleve Nord, Kleve Süd sowie Moers und Umgebung ihre Kompetenzen gebündelt und sich zum Palliativ Netzwerk Niederrhein GmbH zusammengeschlossen. Ziel: Gemeinsam wollen sie mit spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV) die Lebensqualität von Schwerstkranken und Sterbenden verbessern.

In enger Abstimmung mit den behandelnden Haus- und Fachärzten, Pflegediensten und Krankenhäusern werden Patienten bestmöglich palliativ betreut. Dazu zählt neben einer effektiven Schmerztherapie und Symptomkontrolle auch die Einbindung der Angehörigen beziehungsweise die Berücksichtigung des gewohnten Umfeldes. Dabei ist das Palliativ-Team für Patienten täglich rund um die Uhr erreichbar.

Doch wer hat wann und wie lange Anspruch auf SAPV? "Jeder Patient mit einer schweren Erkrankung, die zum Tode führt - SAPV beschränkt sich nicht nur auf Krebspatienten", betont Gollan. Verordnen könne SAPV jeder Haus- und Facharzt, solange es erforderlich ist. Nach der Genehmigung übernehmen die Krankenkassen die Kosten. www.palliativnetz-niederrhein.de

Quelle: RP
 
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