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Rheinberg
Letzter Jahrgang verlässt Hauptschule

Rheinberg: Letzter Jahrgang verlässt Hauptschule
Ein stadthistorisches Bild: Sie haben alle den Hauptschulabschluss in der Tasche und nach ihnen gibt es in Rheinberg keine Hauptschüler mehr. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Nach 7500 Schulstunden erhalten 36 Schüler der Rheinberger Hauptschule Abschlusszeugnisse. Die Schule schließt. Von Sabine Hannemann

36 Schüler der Rheinberger Hauptschule haben ihren Abschluss in der Tasche und stehen vor dem nächsten Lebensabschnitt. Der Schultradition entsprechend, feierten sie dieses Ereignis in festlichem Outfit mit ihren Familien, Freunden, Klassenkameraden und ihren Lehrern im Stadthaus. Doch diese Entlassfeier stand unter einem besonderen Stern, wie Schulleiter Heiner Morsch unterstrich. Der letzte Jahrgang der Hauptschule hat ihren Abschluss. "Jetzt haben wir keine Schülerinnen und Schüler mehr. Unsere Schule ist leer", sagte Schulleiter Morsch.

Die Entlassfeier hatten die Klassen 10a und 10b entsprechend vorbereitet und präsentierten der Schulgemeinschaft manches Highlight. Ein Video-Beitrag beispielsweise zeigte auf humorvolle Weise "das mysteriöse Universum Schule". Im weiteren Verlauf wurden die noch verbliebenen sechs Lehrkräfte auf die Schippe genommen und ihre Unterrichtsstile parodiert. Der Wiedererkennungswert im Biotop Schule sorgte für manchen spontanen Applaus.

Fehlen durfte auf keinem Fall ein Rückblick auf 7500 Unterrichtsstunden, die 2010 begonnen hatten. Medina Ismaili und Nina Terhorst ließen sechs Schuljahre Revue passieren. Schlagzeilen erhellten nochmals die Schul- und Unterrichtszeit. Eingebettet in weltpolitische Ereignissee und Schulerlebnisse bis hin zum Highlight Barcelona, in diesem Fall eine Schulfahrt dorthin, weckten sie Erinnerungen an eine unvergessliche gemeinsame Zeit.

Unter der Prämisse "Wir schaffen das" meldeten die beiden Klassen den Erfolg: "Wir haben es tatsächlich geschafft." Sie sprachen den Anwesenden aus dem Herzen. Denn ein wenig Wehmut machte sich breit. Die Zeit der Hauptschule näherte sich ihrem tatsächlichen Ende. Viele Schüler werden eine Ausbildung beginnen. Andere wollen sich auf weiterführenden Schulen weiterqualifizieren. Die Bildungsreise der letzten Hauptschulklassen geht in jedem Fall weiter. Beim Kollegium steht entweder der Ruhestand ins Haus oder aber der Wechsel an eine andere Schule.

Für Schulleiter Heiner Morsch zog in seiner offiziell letzten Rede Bilanz: "Wir haben ganz besondere Klassen erlebt." Den Zehntklässlern legte er vor der Kulisse der Fußball-Europameisterschaft die sportlichen Grundsätze und Erfolgsrezepturen des Bundestrainers Jogi Löw ans Herz.

Zu den Stichworten wie Mut haben, Disziplin zeigen, respektvollen Umgang pflegen gehöre auch die Grundregel: "Zeigt Emotionen!" Ein Schulabschluss verlange nach Emotionen, ja Freudenjubel, begleitet von der Gewissheit: "Es geht weiter." Seinen Dank richtete Schulleiter Morsch an das Kollegium und die Jahrgangsstufe, die als Abschiedsgeschenk ein exklusives Segelflugmodell kreiert hatte.

Die Erläuterung zu diesem außergewöhnlichen Präsent kam prompt. Morsch, Freund des Luftsports, hatte im Unterricht diverse Male physikalische und mathematische Grundsätze anschaulich mit Hilfe der Segelfliegerei erörtert. Bevor es dann zur offiziellen Übergabe der Abschlusszeugnisse kam, erhielt das Lehrerkollegium "Ehrenurkunden für Unglaubliches".

Entlassschüler 10b: Laura Besant, Gilbert Cornelisse, Justin Horn, Cedric Hußmann, Médina Ismaili, Katharina Linke, John-Leon Meier, Alina Modlinski, Lucas Roelofsen, Leonie Schmidt, Pietro-Christian Schneegaß, Nina Terhorst, Ian Trautmann, Erik Treude, Josephine van Doorn und Celine Weyers.

Die Entlassschüler 10a: Moritz Bastian, Lukas Bona, Laura Elisabeth Cichowski, Emir Demiri, Florian Diebels, Emirhan Dinc, Zülfikar Engin, Cem Güzel, Jule Hildebrands, Afrim Ismaili, Marie-Christine Janßen, Nico Kothe, Florian Ludwig, Tamara Martau, Marina Pertl, Michelle Pothmann, Furkan Sanverdi, Kim Schlechta, Tim Schlootz und Alexander Schubert.

Quelle: RP
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