| 00.00 Uhr

Alpen
Mach's gut: Alpener Hauptschule ist jetzt Geschichte

Alpen: Mach's gut: Alpener Hauptschule ist jetzt Geschichte
So schaut es aus, wenn alle Ehemaligen zum Motto "Wir machen das Licht aus" eine Kerze entzünden und diese anschließend auspusten. Ein optischer wie emotionaler Höhepunkt auf dem Schulhof. FOTO: Armin Fischer
Alpen. In der Alpener Hauptschule sind die Lichter ausgegangen. Ehemalige aus 49 Jahren verabschiedeten sich am vergangenen Freitagabend mit einem emotionalen Fest von ihrer Schule. Von Sabine Hannemann

Für den ganz großen Bahnhof vor der Alpener Hauptschule sorgten am Freitag die Ehemaligen aus insgesamt 49 Jahrgängen. Sie verabschiedeten ihre alte Penne. Mit großem Hallo begrüßten sich ehemalige Klassenkameraden und lagen sich oftmals nach Jahren wieder in den Armen. Wiedersehensfreude war spürbar. Alle hatten eines gemeinsam: Zusammen hatten sie in der Hauptschule in Alpen die Schulbank gedrückt, um danach ins Leben zu starten.

Strippenzieher für ein solch emotionales Schulereignis war die letzte Führungsriege der Hauptschule mit Hermann Terboven und Hans Becker. "Ich bin total begeistert", meinte Terboven beim Blick in den dicht gefüllten Schulplatz. Schlaflose Nächte habe er im Vorfeld gehabt, aber im Zeitalter der sozialen Medien mit Facebook und WhatsApp völlig überflüssig, wie Terboven feststellte. "Ein toller Erfolg für unsere Hauptschule und dass sich so viele Ehemalige mit ihr verbunden fühlen." Klar, dass auch die Schulchronik, die Terboven und Becker zusammengestellt hatten, wie "geschnitten Brot" wegging und noch auf dem Schulplatz eifrig studiert wurde.

Auch wenn es mit der feierlichen Entlassfeier des allerletzten Zehner-Jahrgangs schon am Nachmittag emotional hoch her ging, Trauer und Beerdigungsstimmung ließ Terboven nicht aufkommen. Im Gegenteil. "Das Thema Beerdigung einer Schulform stellt sich nicht. Heute schreiben wir Geschichte", so Terboven, der zur Feier des Tages das T-Shirt seines ersten Jahrgangs trug, den er als Lehrer von 1979 bis 1985 zum Abschluss geführt hatte.

Bürgermeister Thomas Ahls beschrieb die Situation einerseits als toll, so viele Ehemalige zu sehen, andererseits als komisch, dass eine Schulform sich nach schwieriger politischer Diskussion aus der Schullandschaft verabschiedet. "Ich bin getroffen und betroffen, wie die Zeit von 49 Jahren vergangen ist", so Ahls.

Dem Treffen der Ehemaligen gab Herbert Oymann mit den verschiedenen Programmpunkten wie Tanz, Gesang und Musik der beiden Tambourcorps Bönninghardt-Saalhoff und Menzelen-Ost einen Rahmen. Er holte auch gleich drei ehemalige Schulleiter auf die Bühne. "Ich finde es toll, dass so viele gekommen sind. Doch mit den Namen der Ehemaligen habe ich oftmals ein Problem", gab Alfons Graefenstein zu. Doch wenn der Schülername dann fiel, funktioniere das Lehrergedächtnis einfach perfekt, so Graefenstein. "Ich freue mich, was beruflich aus unseren Hauptschülerinnen und Hauptschülern geworden ist."

Für Hans Becker war bemerkenswert, dass die Idee eines gemeinsamen, letzten Festes so perfekt umgesetzt wurde. Ganz im Sinne von Trude Herr's Motto "Niemals geht man so ganz" erlebten die Ehemaligen ihren letzten Abend an ihrer ehemaligen Schule.

Zu dem optischen Highlight gehörte das Lichtermeer, das am Abend entzündet wurde. Ein symbolischer Akt, das dem Fest das Motto "Wir machen das Licht aus" gab.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Alpen: Mach's gut: Alpener Hauptschule ist jetzt Geschichte


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.