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Rheinberg
Mahnwachen für Bäume an der Schule

Rheinberg: Mahnwachen für Bäume an der Schule
"Lasst mich leben" steht auf den Banderolen, die um die alten Bäume an der ehemaligen Montessorischule gebunden wurden. Die Bürgerinitiative wird an den nächsten vier Sonntagen Mahnwachen für die Bäume abhalten. FOTO: Vervoort
Rheinberg. Initiative hat erfolglos beantragt, sie zu erhalten. CDU macht bei der gemeinsamen Erklärung für den Awo-Bau nicht mit. Von Uwe Plien

Bisher haben sich die Rheinberger Politiker noch gar nicht zum Verkauf des städtischen Grundstücks an der Alten Rheinstraße/Ritterstraße und dem dort geplanten Awo-Verwaltungsgebäude geäußert. Nach langem Hin und Her hatten sich nun alle Ratsfraktionen - CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke - und der fraktionslose Ulrich Hecker darauf geeinigt, eine gemeinsame Erklärung abzugeben. Das sollte zunächst im Bauausschuss geschehen (die RP berichtete), wurde dann aber um eine Woche in den Haupt- und Finanzausschuss verschoben. Dort lag diese drei DINA A 4-Seiten lange Erklärung auch vor und wurde von Bürgermeister Frank Tatzel vorgelesen. Allerdings hatte sich die CDU-Fraktion von dieser Vereinbarung schon wieder verabschiedet und eine eigene Erklärung formuliert. Sie lautet kurz und schmerzlos: "Die CDU begrüßt grundsätzlich eine Ansiedlung der Awo in Rheinberg und akzeptiert Mehrheitsbeschlüsse, hat aber erhebliche Bedenken, dass eine für die Anwohner vollständig zufriedenstellende Lösung im Bereich Parken- und Verkehrsbelastung umgesetzt werden kann."

Die "große" Erklärung ist weitaus umfangreicher und verweist auf das Integrierte Handlungskonzept als Grundlage für die Weiterentwicklung des Ortskerns. Projekte wie das neue Aumund-Hotel am Fischmarkt und eben auch die Ansiedlung des Awo-Kreisverbandes seien erforderlich. Unter anderem, weil neue Arbeitsplätze geschaffen und Steuern für 1200 Awo-Mitarbeiter gezahlt werden. Und weil durch den Bau der Seniorenbegegnungsstätte und später auch durch den Bau von 25 bis 27 altengerechten Wohnungen den Forderungen des demografischen Wandels genüge geleistet werde. Der derzeit insbesondere durch die Europaschule bedingte Verkehr werde sich in einigen Jahren normalisieren. Weil sich die Gestaltung des Awo-Gebäudes in das bestehende Umfeld einfügen müsse und auch den Belangen der Denkmalpflege Rechnung getragen worden sei, spreche nichts gegen das Awo-Vorhaben.

Unterdessen arbeitet die Bürgerinitiative weiter gegen die Bebauung und hat beantragt, das Schulgebäude nebst Schulgelände als komplettes Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen. Für die einzelnen, teilweise sehr alten und großen Bäume hat die Initiative einen gesonderten Antrag auf Eintragung als Naturdenkmal gestellt. Inzwischen hat der Kreis Wesel den Anwohnern allerdings mitgeteilt, dass die Bäume auf dem Schulhof nicht als Naturdenkmäler eingetragen werden können.

"Wir werden aber weiter dafür kämpfen, die Bäume und das gesamte Areal vor der Zerstörung zu bewahren", sagt Mitinitiatorin Michaela Vervoort. "Hierzu laden wir ab jetzt an jedem Adventssonntag um 16.30 Uhr zu einer Mahnwache auf dem Schulhof der Schule ein. Bei Glühwein und Waffeln freuen wir uns auf gute Gespräche und Diskussionen. Natürlich besteht auch wieder die Möglichkeit, gegen das Bauprojekt zu unterschreiben."

Quelle: RP
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