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Rheinberg
MAP im Hochsommer - die Stadt feiert

Rheinberg: MAP im Hochsommer - die Stadt feiert
Menschen, so weit das Auge reicht: Am Samstagabend knubbelten sich die Zauberlehrling-Fans vor der Bühne am Pulverturm. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Am Samstagabend tummelten sich beim 17. Music-Art-Project-Festival rund 3000 Menschen am Pulverturm. Die Rheinberger lieben dieses Festival und sie lieben die "Zauberlehrlinge" als Hauptact. Acht Bands an zwei Tagen. Von Uwe Plien

Es ist wenige Minuten nach Mitternacht, 3000 Menschen genießen den Abschluss eines wunderbaren Hochsommerabends am Pulverturm, und als die letzten Töne des Songs "Four, Five Seconds" verklungen sind, verabschieden sich die gefeierten Zauberlehrling-Musiker und verschwinden von der Bühne. Das 17. MAP-Festival ist zu Ende. Friedlich, erfolgreich, alles bestens. Doch dann, wie auf Knopfdruck, fängt es an zu blitzen und zu grollen, ein heftiger Wind zieht auf, Gewitterwolken brauen sich über der Stadt zusammen - so, als wollte der Himmel sagen: "Passt gut auf, Leute, und macht keinen Quatsch! Dieses Festival muss auch im nächsten Jahr genau an dieser Stelle wieder stattfinden. Die Bürger von Rheinberg wollen das so!" Ob es dazu kommt, wird sich vielleicht schon in dieser Woche bei einem Gespräch mit der Stadt entscheiden.

Doch zurück zum Anfang. Als am Freitagmorgen am Pulverturm die Bühne aufgebaut wird, herrscht gute Laune. Die MAP-Crew ist sicher, dass ihr Festival bei tollem Wetter über die Bühne geht. Kein Regen, kein Matsch, die Kompassnadel zeigt nach Süden, und man spürt: So schmeckt der Sommer! Am Abend sorgen dann die ersten Bands für Unterhaltung: "The Left Trace", "Don't Touch Missy", "Flash Forward" und Sebastian Dey. Alles prima, super Musik, es gibt viel Applaus. Mehr Publikum hätten alle diese jungen Bands verdient gehabt. Aber leider konzentriert sich beim MAP alles auf den Samstag. Und selbst da schieben sich die Massen erst nach 20 Uhr an den Security-Leuten vorbei. Die schauen ganz cool in Rucksäcke, kontrollieren die Besucher und haben genau im Blick, wann das Pulverturm-Gelände voll ist. "3500 Menschen, dann machen wir zu", sagt ein Mitarbeiter. "Dafür haben wir ein Auge."

Höchste Konzentration: Allen, der Drummer von "Don't Touch Missy". FOTO: Armin Fischer

Das Rote Kreuz Rheinberg hat sein Quartier auf dem Hof der alten Montessorischule eingerichtet. Oberhalb der alten Burgmauern vernimmt man zur Abwechslung tatsächlich mal den Herzschlag der Stadt: Unzählige Jugendliche sitzen und stehen herum, lachen, genießen den Abend. "Hier ist alles ruhig, keine Zwischenfälle", sagt einer der zehn DRK-Freiwilligen gegen 23.30 Uhr. Nur Sekunden später eilt ein Security-Mann herbei und ruft: "Schnell, wir haben eine Alkoholleiche!" Ruck, zuck, sind die Rotkreuzler zur Stelle und helfen.

Unterdessen wird vor der Bühne kräftig gefeiert. Wie schon den ganzen Samstagabend. "Flametree" machen den Anfang, bei den Metal-Männern von "Diversity Zero" schubsen sich die ersten Fans friedlich vergnügt hin und her. Später runden "Meine Zeit" mit smartem Deutsch-Pop das Vorprogramm ab.

Das stimmliche Maschinengewehr Rheinbergs: Sänger Manuel Kutz (vorne) gehört zu den Publikumslieblingen bei den Auftritten der Zauberlehrlinge. Zu jedem Song gibt es andere Stimmen. Mit diesem Konzept begeistert die Band seit 16 Jahren das MAP-Publikum. FOTO: Armin Fischer

Dann ist es 22 Uhr - Zeit für die Lieblingsband vieler Rheinberger. Mit dem Deichkind-Song "Alleine machen lassen" starten sie in ein zweistündiges Programm. Es dauert, bis der Sound erträglich ist und die Stimmen der verschiedenen Sänger halbwegs gut rüberkommen. Aber das stört niemanden: Die Party läuft, Kinder haben gleichermaßen Spaß in den Backen wie Frührentner. Ob jung oder alt - man trägt MAP-T-Shirts und Unterstützer-Bändchen, die zuvor am dicht umlagerten Merchandise-Stand gekauft wurden. Ein riesiger roter Ball hüpft über die Köpfe der Fans, während die Band alles gibt. Jan Delays "Wir machen das klar!" singt Cheese Nickenig, vor wenigen Tagen Papa geworden, und trifft damit die Stimmung des Festivals voll auf den Punkt. Besser kann so ein Abend nicht laufen. Rheinberg kann stolz sein, ein solches Festival zu haben.

Quelle: RP
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