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Rheinberg
Mehr als waschen, legen, föhnen

Rheinberg: Mehr als waschen, legen, föhnen
Friseurin Johanna Maurer (re.) wechselt von Rheinberg in den Alpener Salon. Dort führen Peter und Renate Wawer das Friseurgeschäft. FOTO: Olaf ostermann
Rheinberg. Der Team des Salons Wawer konzentriert sich ab sofort auf den Standort Alpen. Nach genau 30 Jahren schloss das Rheinberger Friseurgeschäft in der ersten Etage des Wohn- und Geschäftshauses an der Orsoyer Straße 6. Von Sabine Hannemann

Um eine langjährige Salon-Adresse ärmer ist seit Monatsbeginn Rheinberg. Der Salon Wawer, der seit 30 Jahren an der Orsoyer Straße 6 im ersten Geschoss zu finden war, hat geschlossen. Genau am 1. April 1988 hatten Renate und Peter Wawer dort ihren zweiten Salon eröffnet. Nun konzentrieren sie sich mit ihrem achtköpfigen Team auf den traditionsreichen Standort Alpen an der Burgstraße. Auch Johanna Maurer, die viele Kunden in Rheinberg frisierte, ist nun dort anzutreffen.

"Im November können wir in Alpen das 50-Jährige feiern", sagt Friseurmeister Peter Wawer (72). Am 21. November 1968 eröffneten die Wawers nämlich ihren Salon. Zuvor hatte er seinen Meister in Bottrop gemacht, sechs Jahre zuvor in Rees die dreijährige Lehre begonnen. Eine persönlich gute Zeit, denn dabei lernte er seine Frau Renate (65) kennen.

Inzwischen rund 20 jungen Menschen haben die beiden das Friseurhandwerk beigebracht. Der Beruf war so ganz nach Wunsch, weil Leidenschaft und Kreativität immer eine große Rollen spielen, sagt Peter Wawer: "Die Arbeit mit Menschen macht mir Spaß. Dazu gibt es gute Unterhaltung." Frisieren ist für ihn mehr als waschen, legen, föhnen. Einen handwerklichen Beruf zu ergreifen, habe er nie bereut. Im Gegenteil. "Mit der Kundschaft ist es so wie in einer Familie", sagt Wawer. Ob jemand einen Promi-Faktor mitbringt, ein hohes Amt bekleidet oder einfach nur einen schicken Haarschnitt braucht, dem Wawer-Team ist jeder Kunde gleich lieb. "Wichtig ist uns immer, dass die Kundschaft uns vertraut, sich bei uns wohlfühlt und in unserem Salon vielleicht sogar vom stressigen Alltag abschalten kann", sagt Renate Wawer.

Fünf erlebte Jahrzehnte Haarmode, das sind im Rückblick auch Meilensteine in der Haarkosmetik und im Haarstyling, begleitet von den jeweiligen Moden. Geblieben sind die klassischen Hochsteckfrisuren für die Hochzeit. Waren früher Dauerwellen unterschiedlicher Art angesagt, sind es heute die leichten bis sportlichen Frisuren.

Angesagt sind derzeit Blautöne. Im Trend liegen Rosé- und Kupfertöne wie auch geschickte Strähnentechnik für den natürlichen Haarlook. Gerade kommen Renate und Peter Wawer von der Düsseldorfer Messe "Top Hair" mit den neuesten Trends aus aller Welt zurück. Nachgefragt sind weiche geföhnte Wellen, so wie bei Farrah Fawcett in "Drei Engel für Charly".

"Das Friseurhandwerk unterliegt einem ständigen Wandel. Und das macht für mich den Reiz in meinem Beruf aus. Alles entwickelt sich weiter. Es gibt keinen Stillstand", sagt Peter Wawer. Auch wenn nach 30 Jahren Rheinberg in Alpen das 50-jährige Geschäftsjubiläum naht, wollen beide noch für die Kundschaft im Laden stehen und sich dann allmählich aus dem Geschäftsleben zurückziehen - und gerne an einen Nachfolger übergeben. "Unsere Töchter haben sich anders orientiert. Einen Nachfolger zu finden, ist heute jedoch schwer", sagt Peter Wawer.

Quelle: RP
 
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