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Rheinberg
Mennicken geht - jetzt kommt Tatzel

Rheinberg: Mennicken geht - jetzt kommt Tatzel
Der alte und der neue Bürgermeister: Hans-Theo Mennicken nahm Frank Tatzel gestern Abend in der Ratssitzung den Amtseid ab. Seit Mitternacht ist der 49-Jährige nun offiziell im Amt. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Der bisherige Rheinberger Bürgermeister hat seinem Nachfolger gestern Abend in der Ratssitzung den Amtseid abgenommen und den 49-jährigen Wallacher in sein neues Amt eingeführt. Ab heute arbeitet Tatzel im Stadthaus. Von Uwe Plien

"Tschüss", sagte er gestern Abend ganz zum Schluss der Ratssitzung. Und dann war die Amtszeit von Hans-Theo Mennicken auch schon so gut wie beendet. Genau genommen war sie um Mitternacht vorbei, unmittelbar danach schlug die Stunde seines Nachfolgers Frank Tatzel. Der Newcomer ist jetzt Chef von Rat und Verwaltung. Heute wird er sein Büro im Stadthaus beziehen.

Die Amtseinführung erfolgte in der Ratssitzung. "Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, den Amtseid persönlich abzunehmen", unterstrich Hans-Theo Mennicken, der dazu die Bürgermeisterkette angelegt hatte. Tatzel durfte sich das wertvolle Stück schon einmal ansehen. Die Kette war einst ein Geschenk des Rheinberger Textilfabrikanten Herbert Reichel an die Stadt und wird nur zu besonderen Anlässen aus dem Tresor in der Stadtkasse geholt.

"Du bist mit deiner Heimatstadt eng verbunden, bist in vielen Vereinen Mitglied", sagte Mennicken. "Und als erfahrener Sparkassen-Mann wirst du dich buchhalterisch und in das Neue Kommunale Finanzmanagement schnell einfinden können." Die Situation der Flüchtlinge und die Haushaltssicherung seien sicher eine Bürde für den neuen Bürgermeister, fügte Mennicken hinzu. "Aber ich kann dir versichern, das du eine gute und motivierte Mannschaft im Stadthaus übernimmst. Ich wünsche dir alles Gute und ein glückliches Händchen für die neuen Aufgaben." Dann sprach Frank Tatzel die Eidesformel, beendete sie mit dem Zusatz "so wahr mir Gott helfe". Die Niederschrift dazu musste unterzeichnet werden. "Der Bürgermeister braucht eigentlich keine Ernennungsurkunde, weil er vom Volk gewählt ist, aber wir haben dir trotzdem eine ausgestellt, damit zu Hause etwas vorzeigen kannst", so Mennicken mit einem Augenzwinkern.

Frank Tatzel sagte: "Das ist heute ein Datum, das ich wohl mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben, auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen." Als kleine Geste lud er alle Ratsmitglieder dazu ein, nach der Sitzung ein Gläschen mit ihm in der "Alten Apotheke" zu trinken. Da schloss sich Hans-Theo Mennicken gerne an und versprach eine weitere Runde auf seinen Abschied.

Auch für den bald 64-Jährigen gab es eine Urkunde zum Ausscheiden. Die überreichte ihm der Erste Beigeordnete Dieter Paus. "Herrn Johannes-Theodor Mennicken zur Verabschiedung in den wohlverdienten Ruhestand", steht darauf. Mennicken versäumte es nicht, sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Rat zu bedanken. Auch wenn es nicht immer einfach gewesen sei, so habe man sich doch meistens dazu durchgerungen, gute Entscheidungen für die Stadt zu treffen. "Ich hoffe, dass das gute Klima im Rheinberger Rat, um das uns viele Nachbarstädte beneiden, auch künftig erhalten bleibt", sagte er.

In der Sitzung, die Mennicken bis zum Schluss leitete, gab es eine Reihe von Themen abzuarbeiten. Nach dem Hickhack um eine Aldi-Ansiedlung in Vierbaum am Reitweg hatte die Verwaltung eine neue Vorlage vorgelegt. Inhalt: Der Rat lehnt den Antrag des Investors zur Änderung des Flächennutzungsplans ab. Begründung: Es hatte sich zwischenzeitlich herausgestellt, dass es sich am Reitweg um eine Fläche handelt, die mit Vertragsnaturschutz überzogen ist. Nun sind noch zwei Flächen in Orsoy im Rennen, wobei Rat und Verwaltung die neben dem bestehenden Edeka-Markt an der Rheinberger Straße favorisieren. Der Rat stimmte der Verwaltungsvorlage einstimmig zu.

Quelle: RP
 
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