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Rheinberg
Menzelener haben Angst vor neuen Bergschäden

Rheinberg. Menzelen-Ost Mit mehr als 100 Männern und Frauen war der Saal der Gaststätte Wynen proppenvoll, und die Teilnehmer der Bürgerversammlung zum beabsichtigten Flächentausch für den Salzabbau der Firma esco (die RP berichtete) hatten viele Fragen. Zweifel, Ärger und auch Unverständnis über die Pläne kamen zum Ausdruck. Von Uwe Plien

Die Frage nach den Rückstellungen für eine finanzielle Schadensregulierung wurde gestellt. Werkleiter Hans-Heinrich Gerland sagte, dies sei bei Solvay und auch bei esco geregelt. "Ich hätte mir gewünscht, dass heute jemand von der Cavity GmbH hierher gekommen wäre", sagte er. Die Solvay-Tochter regelt den Nachlass des früheren Abbaus selbst; esco ist nur für die Bereiche zuständig, in denen das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahre 2002 abgebaut hat.

"Sie machen ja was Sie wollen!"

Andere Fragen, auf die die Menzelener Antworten haben wollten: Was legt der Rahmenbetriebsplan fest? Wie erklären sich die starken Absenkungen in Menzelen – bis zu vier Meter sei das Gelände abgesackt. Erschreckend sei die Schnelligkeit der Absenkungen. "Irgendwann ist auch Ihre Firma weg", mahnte Robert Vingerhoet und bekam viel Zustimmung dafür: "Und was dann? Sie machen doch, was Sie wollen. Und am Ende zahlt der Steuerzahler!" Ein anderer meinte: "Rückstellungen bis in alle Ewigkeit? Das halte ich für ein Märchen."

Rainer Beck, Alpener FDP-Vorsitzender und Menzelener, erinnerte an das Verursacherprinzip: "Wer zahlt für die Pumpen, die das Grundwasser regulieren? Die Bürger? Die Gemeinde? Wir würden uns sehr viel wohler fühlen, wenn wir wüssten, wer dafür aufkommt."

Wer stellt Bergschäden fest – auch das wurde gefragt. Unabhängige Gutachter – so die Antwort. Gerland sagte zu: "Ich biete Ihnen an, Ihre Häuser in den Bereichen, in denen esco zuständig ist, zu dokumentieren. Die Kosten übernehmen wir."

"Hören Sie endlich auf mit dem Tieferlegen!" riet Dietmar Pucher und empfahl, eine Bürgerinitiative zu gründen. Er warf die Frage der Deichsicherheit auf. Klaus Henne, Deichgräf des Deichverbands Poll, reagierte souverän: "Die Deiche sind auf dem modernsten Stand, die größtmögliche Vorsorge ist getroffen, im Bergbaugebiet gehen wir darüber hinaus. Aber eine absolute Sicherheit gibt es nie."

Bis in alle Ewigkeit

Schäden an Straßen (Wellen in der B 57) und Gebäuden (z.B. am Weidenweg) wurden bei Wynen beklagt. Georg Redmer (LINEG) machte Angaben zum Grundwasserstand (2,50 bis vier Meter) und sagte, eine Pumpanlage für den Bereich Schwarzer Graben sei genehmigt. Gepumpt werden müsse, daraus machte der Wasserexperte keinen Hehl, "bis in alle Ewigkeit".

Quelle: RP
 
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