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Rheinberg
Messe: Alte Reichelhallen sollen abgerissen werden

Rheinberg: Messe: Alte Reichelhallen sollen abgerissen werden
Die alten Reichel-Hallen am Annaberg sollen bald verschwinden. Der Eigentümer möchte dort auf 72.500 Quadratmetern neue Hallen bauen. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Eigentümer Dieter Schwerin will das Gelände am Annaberg mit neuen Gewerbehallen bebauen. Die Messe bleibt. Von Uwe Plien

Es soll alles abgerissen werden: die alten Hallen, das Eingangsdach, und alles, was noch vom früheren Reichel-Textilwerk übriggeblieben ist. Dieter Schwerin, Eigentümer der Messegesellschaft Niederrhein, hat große Pläne. Er möchte das 17,5 Hektar große Areal - 55.000 Quadratmeter sind mit Hallen bebaut - am Annaberg neu entwickeln und dort ein Gewerbegebiet mit drei großen Hallenkomplexen von 72.500 Quadratmetern Fläche errichten. Im Bau- und Planungsausschuss stellte Dr. Jens-Martin Stüdemann von der Duisburger Stüdemann Grundbesitz Entwicklungs GmbH (SGE) die Pläne vor.

"Die Gebäude sind 50, 60 Jahre alt", sagt Stüdemann, "und stehen teilweise leer. Sie sind sehr marode, und es lohnt sich nicht mehr, sie zu renovieren." Eine Halle werde salopp "die Tropfsteinhöhle" genannt, weil es dort hineinregne und sich schon Farne angesiedelt hätten. Die monolithische Struktur sei seinerzeit für ein Textilwerk sinnvoll gewesen, sei heute aber überholt. "Deshalb verfolgen wir eine neue Konzeption. Wir wollen beispielhaft zeigen, wie das Areal verändert werden kann", sagte der Entwickler. Geplant sind drei große Hallenriegel, in denen sich Gewerbebetriebe ansiedeln sollen. Der erste soll an die Wohnbebauung hinter dem Lärmschutzwall beginnen. Er soll über die alte Römerstraße bis auf den Messeparkplatz reichen. Die beiden anderen beginnen ungefähr in Höhe des heutigen Messe-Eingangs.

Apropos Messe: "Herr Schwerin möchte die Messe Niederrhein auf jeden Fall an diesem Standort weiterführen", unterstrich Stüdemann. Dazu werde im mittleren Riegel eine 7000 Quadratmeter große Halle entstehen. Bisher habe die Messe 10.000 Quadratmeter, jedoch könne eine speziell für Messezwecke gebaute Halle effizienter genutzt werden.

Neben der Messe gibt es auf dem Reichel-Gelände einige Mieter: zwei Betreiber türkischer Hochzeitsfeste beispielsweise. In einer Halle ist eine nationale Streusalzreserve eingelagert. Zudem gibt es eine Garage für Lkw. "Das alles würde in Zukunft wegfallen", so Stüdemann. Was die Verkehrsfrage angeht, so ist beabsichtigt, die Anbindung an die Umgehungsstraße (An der Rheinberger Heide/Kreisstraße 31) so anzulegen, dass Lkw gezwungen sind, nach links Richtung Autobahn beziehungsweise B 510 abzubiegen. So soll verhindert werden, dass sich die Fahrzeuge in Richtung Millingen oder in die Innenstadt verirren.

Die Politik begrüßte das Vorhaben. Die CDU sprach von einer "großen Chance für Rheinberg", auch die SPD und die FDP bewertete das Projekt als "positiv". Die Linken trieb die Sorge um, dass weitere Messen nach Kalkar abwandern könnten. Unterdessen hätten die Grünen gerne Klarheit über das Parkplatzangebot und die Höhe der geplanten Hallen. Sie sollen noch höher als 15 Meter werden, sagte Stüdemann.

Einen Beschluss wird der Rat am 15. Juni fällen. Bis die ersten Abrissbagger an der Messe Niederrhein anrollen, wird es noch gut zwei Jahre oder sogar länger dauern.

Quelle: RP
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