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Rheinberg
Messe-Standort vor dem Aus?

Rheinberg: Messe-Standort vor dem Aus?
Die alten Reichel-Hallen, seit rund 20 Jahren Sitz der Messe Niederrhein, werden möglicherweise bald abgerissen. FOTO: Christoph reichwein (Archiv)
Rheinberg. Neue Pläne für das ehemalige Reichel-Areal am Rheinberger Annaberg werden heute im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt. Die Langenfelder LogProject GmbH plant Logistikzentrum und Kleingewerbe. Von Uwe Plien

Rheinberg als Messestadt - dieses Etikett könnte nach fast 20 Jahren bald der Vergangenheit angehören. Denn möglicherweise verkaufen die Eigentümer der Messe Niederrhein GmbH bald das ehemalige Reichel-Areal am Annaberg. Noch ist allerdings nichts in trockenen Tüchern, ist noch nichts entschieden. Heute Abend steht das Thema auf der Tagesordnung des Rheinberger Bau- und Planungsausschusses. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Raum 24 des Stadthauses.

Zur Erinnerung: 2016 überraschte die Messe Niederrhein GmbH mit einem Antrag, die alten Hallen des früheren Textilwerks von Herbert Reichel (der vor 40 Jahren starb) abzureißen und neue zu errichten. Allerdings ganz anders angeordnet. Geplant war, den Messebetrieb nur noch auf einer relativ kleinen Fläche in einer deutlich kleineren Halle stattfinden zu lassen und in erster Linie Hallen für Gewerbebetriebe zu bauen. Diese Hallen sollten als drei parallel verlaufende Riegel angeordnet werden - der längste und höchste Trakt gewissermaßen als Abgrenzung zum Wohngebiet Richtung Annastraße hin.

Diese Planung stieß auf wenig Gegenliebe. Die Anwohner waren entsetzt über die Höhe der geplanten Hallen, befürchteten, zukünftig komplett im Schatten zu leben. Sie taten sich zusammen und gründeten eine Bürgerinitiative - die Anwohner machten mobil gegen die Pläne.

Die Messe-Gesellschaft verfolgte die Pläne daraufhin nicht weiter. Inzwischen gibt es aber einen anderen Sachstand und neue Überlegungen, die heute präsentiert werden. Die Langenfelder LogProject GmbH hätte durchaus Interesse daran, das Reichel-Areal zu kaufen und dort eigene Interessen zu verkaufen. Wem der Name bekannt vorkommt: LogProject ist für den Bau des BMW Regional Distributions Centers im Solvay-Industriepark an der Saalhoffer Straße in Millingen verantwortlich. Dort sind durch das Ersatzteillager rund 100 Arbeitsplätze entstanden.

Maik C. Bettentrup, geschäftsführender Gesellschafter von LogProject, hat bereits eine Reservierungsvereinbarung über den potenziellen Grundstückserwerb mit der Messeeigentümerin abgeschlossen. Für eine endgültige Kaufentscheidung benötigen die Langenfelder ein positives Signal der Stadt zu der vorgelegten Planung.

Bettentrup möchte die Projektierung im Falle des Falles im konstruktiven Einvernehmen mit den Anwohnern abwickeln. So soll bereits heute ein Gespräch stattfinden. LogProject würde die alten Hallen ebenfalls abreißen und stattdessen ein Logistikcenter sowie kleinteiliges Gewerbe ansiedeln.

Die Kritikpunkte der Vergangenheit hat Bettentrup bereits im Auge. So sollen die Hallen nicht so hoch ausfallen wie bei der ad acta gelegten Planung. Die Abstände zu den Wohnhäusern sollen deutlich größer ausfallen. Und der Grünbestand - einzelne Bäume sowie Waldflächen - sollen erhalten bleiben.

Ob es künftig am Annaberg noch ein Messezentrum geben wird, ist fraglich. Ausgeschlossen sei das nicht, macht Maik C. Bettentrup deutlich. Es hänge davon ab, ob sich ein interessierter Investor mit der entsprechenden Bonität finde.

Quelle: RP
 
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