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Rheinberg
Mieter seit drei Wochen ohne Heizung

Rheinberg. Schon vor den Festtagen blieben an der Eschenstraße 2 bis 8 die Wohnungen kalt, so dass die Bewohner zu dicker Kleidung und Wolldecken greifen mussten. Endlich soll die Reparatur erfolgen. Von Nicole Maibusch

"Ich habe sogar meine Thermostrumpfhose herausgekramt", berichtet eine Bewohnerin des Hauses Eschenstraße 8. Derzeit verbringt sie die Tage, als würde sie jeden Moment zu einer Schneewanderung aufbrechen wollen: In kuschelig-warmer Plüschjacke, dicker Jogginghose und warmen Hüttenschuhen sitzt sie in ihrer Wohnung. Abends auf der Couch hält sie sich zusätzlich mit einer Decke warm.

Vor rund drei Wochen ist in den Häusern Eschenstraße 2 bis 8 in der Reichelsiedlung die Heizung ausgefallen, seitdem bleiben die Wohnungen kalt. Zum Glück herrscht momentan kein eisiges Winterwetter, dennoch wird es nach so vielen Tagen ohne Heizung langsam ungemütlich. Einige Bewohner der betroffenen Häuserblocks haben nun ihren Unmut auf Facebook kundgetan.

Bereits vor Weihnachten habe er bemerkt, dass die Heizung nicht mehr richtig warm werde und umgehend den Hausmeister davon in Kenntnis gesetzt, berichtet Michael Tepass, der unlängst von München in eine Wohnung an der Eschenstraße 8 gezogen ist. "Zunächst wurde nur ein Ausfall der Pumpe vermutet, dann kam heraus, dass die Pumpe defekt ist und ersetzt werden muss", erläutert der 56-Jährige.

Ein technischer Defekt - das kann passieren. Das steht für Tepass ganz außer Frage. Doch das "Krisenmanagement" der Wohnungsverwaltung hält der Selbstständige für fragwürdig. Man könne die Bewohner doch nicht allen Ernstes mit der Erklärung abspeisen, die Heizungsfirma würde zwischen Weihnachten und Neujahr nicht arbeiten, ärgert sich Michael Tepass. Es gebe schließlich für genau solche Fälle Notdienste.

Dann hieß es, man warte auf die Lieferung einer neuen Pumpe. "Der Termin war bereits für letzten Dienstag angekündigt worden", erzählt Tepass. Weil er zufällig wegen seiner Nebenkostenabrechnung bei der Verwaltung war, habe er erfahren, dass sich der Liefertermin auf Freitag verschoben habe. Ob am Wochenende die Wohnungen wieder wohlig warm sind? "Keine Ahnung", so Tepass, der seine Geduld auf eine harte Probe gestellt sieht.

Dabei möchte er eines klarstellen: Es geht ihm nicht darum, die Arbeit des Personals vor Ort in Rheinberg schlecht zu machen. "Der Hausmeister ist mein erster Ansprechpartner und der gibt sich Mühe", betont der Unternehmer. Doch wie viele Nachbarn werde er das Gefühl nicht los, mit seiner Beschwerde abgewimmelt zu werden. Zudem kritisiert er die Informationspolitik grundsätzlich: Warum wird nicht ein Zettel mit allen notwendigen Hinweisen zum Defekt und zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Reparatur an die Haustür geklebt? "Wenn's um den Winterdienst geht, klappt das doch auch vorbildlich", fragt sich Michael Tepass.

"Wegen der Feiertage waren weder Ersatzteile noch Handwerker zu bekommen", erläutert ein Mitarbeiter des Koordinationsbüros der Eigentümergemeinschaft die Gründe, warum sich die Instandsetzung so lange hinzieht. Er sichert zu: "Noch am Donnerstag wird die Heizung repariert."

Quelle: RP
 
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