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Rheinberg
Mit Günter Gall auf Reisen zu Erich Kästner

Rheinberg. Er lebt in Osnabrück, stammt aber aus Ossenberg: Der Liedermacher gastierte am Sonntag in der St.-Anna-Kapelle.

Für den Liedermacher Günter Gall ist ein Auftritt in Rheinberg ein Heimspiel. Der gebürtige Ossenberger, der seit langem seinen Lebensmittelpunkt in Osnabrück hat, kam auf Einladung des Fördervereins zur Erhaltung der St.-Anna-Kapelle, und das bereits zum dritten Mal. "Mit Günter Gall eröffnen wir das Veranstaltungsjahr, in dem wir noch weitere verschiedene kulturelle Termine anbieten werden", sagte zur Begrüßung der Vereinsvorsitzender Ulrich Hecker. Geplant sind unter anderem Lesungen. Literarisch und musikalisch machte sich auch der Barde Gall auf den Weg und stellte dem Publikum das Leben und Wirken von Erich Kästner vor, jenem Mann, der für Gedichte, Lyrik und Balladen gesorgt hatte und mit Kinderbüchern wie "Emil und die Detektive", "Das fliegende Klassenzimmer" oder "Das doppelte Lottchen" Klassiker geschrieben hat, die heute weiterhin populär sind. Günter Gall erinnerte mit seinem Programm "Reisen quer durch die Zeit" an die Werke von Kästner, an seine Eindrücke aus den 1920- und 1930er Jahren, an berufliche Etappen, die er nach seinem Studium in Leipzig als Theaterkritiker in Berlin erlebte. Die Rede ist vom Berliner Großstadtleben, von der Amüsierdame Ellen, von Cafés, die, wie das Leon, zu Kästners Arbeitsstätten gehörten. Mit Erich Ohser verbindet Kästner eine enge Freundschaft. Ohser illustriert unter anderem Kästner-Gedichte, signiert mit E. O. Plauen. Aus Briefen erfuhr das Publikum über das innige Verhältnis, das Kästner zu seiner Mutter pflegte, ein Motiv, das sich auch in den Romane wiederfindet.

Günter Gall nimmt sein Publikum in der Kapelle einfach mit auf eine flotte Reise, mixt zu Kästners Literatur und Lebensstationen die Musik, die er dazu eigens komponierte. Mal heiter, mal melancholisch im Verlauf der Jahreszeit, und ganz im Stile von Kästner. Gall singt manches der Kästner-Lieder oder die von Zeitgenossen. Mit Gitarre und Dulcimer, einer so genannten Kastenzither oder auch als Hackbrett bekannt, schafft Gall das musikalische Pendant zu seinem Gesang. "Weil sie gut zur Gebrauchslyrik Kästners passen, in der er die neue Sachlichkeit propagiert", meint Gall. Nach einer Stunde, gespickt mit musikalischem und literarischem Genuss, endet die Veranstaltung mit dem Barden Gall. Ein Wiedersehen auf Rheinberger Veranstaltungen hat er bereits versprochen.

(sabi)
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