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Rheinberg
Mobilisierung im Kampf um Schiedsstelle

Rheinberg. 50 Interessierte beim Infoabend der Bürgerinitiative Salzbergbaugeschädigter in Borth - ein Mehrgenerationenproblem. Von Alexander Florié

Gut 50 Interessierte aus Borth und der Umgebung waren der Einladung der noch jungen "Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW" gefolgt, um in der Gaststätte "Zur Post" erste Informationen über die Ziele zu erhalten. "Das hätten gerne mehr sein können. Wir dachten, Borth ist Hochburg." Dennoch war der Vorsitzende Wilhelm Fischer zufrieden mit der Resonanz.

Der Salzbergbau sei für viele Menschen der Region - von Rheinberg über Borth, Wallach, Büderich, Perrich, Menzelen bis Xanten-Birten - ein nachhaltiges Problem. "Wir sind alle betroffen", sagte Fischer. Er macht aber sofort deutlich, dass es da nicht grundsätzlich gegen die Solvay und die für die Schadenregulierung zuständige Cavity gehe, "die viele Arbeitsplätze geschaffen haben". Es gehe nicht um "Wildmacherei", man wolle da "nicht draufdreschen", aber auch nicht "die Zeche zahlen" für die Schäden an Privathäusern.

Zumal auf die nächsten hundert Jahre gesehen mit Bodensenkungen von fünf bis zehn Meter zu rechen sei und die man schon heute bemerke. Und als Beispiele, wo über die Cavity für die Beseitigung der Folgeschäden des Salzbergbaus bezahlt werde, nannte Fischer die Kanalrohre im Bereich Ginderich-Poll, die Straßenrenovierung in Xanten oder die Kanalsanierung in Wallach.

Entsprechend plädierte er für eine Schlichtungsstelle für den Salzbergbau wie es sie für den Kohlebergbau schon lange gebe. Man müsse "Waffengleichheit" herstellen zwischen Geschädigten und Verursachern. "Viele können sich Gutachten nicht leisten und senken schnell die Flügel." Der Vorsitzende forderte die Anwesenden auf, mit in der bislang 800 Mitglieder starken Initiative aktiv zu werden. "Wir brauchen Masse, die hinter uns steht. Nur so können wir uns Gehör verschaffen." Die Cavity hat es noch im Rheinberger Rat am Mittwoch kategorisch abgelehnt, einer Schiedsstelle beizutreten RP berichtet ausführlich).

Im Landtag bereits sei man im Unterausschuss für Bergbausicherheit auf offene Ohren gestoßen, so Fischer weiter. Beirat Hermann Norff (Büderich) erläuterte die Auswirkungen des Salzbergbaus. Es entstehe ein Senkungstrichter, der sich in der Landschaft als "Mehrgenerationenproblem" darstelle.

Cavity und ihr Markscheider Reinhard Maly würden den Eindruck erwecken, man sei zu 99 Prozent mit den Bürgern übereingekommen. "Ich höre von den Betroffenen Umgekehrtes. Da muss was unternommen werden", so Norff.

CDU-Fraktionschef Erich Weisser bekräftigte die Unterstützung der Politik für eine Schiedsstelle. Der Rheinberger Rat hat einstimmig eine entsprechende Resolution verabschiedet. "Jeder muss für sich kämpfen", benannte Weisser als selbst Betroffener das grundsätzliche Problem. Als Deichgräf verwies auf die regulierenden Maßnahmen, die cavity ganz oder teilweise mit finanziere. Dazu zählten die Sanierung des rheinfernen Deichs bei Birten bis 2020, das geplante Regenrückhaltebecken in Borth-Hesterfeld, das Verlegen einer Runddrainage in Wallach und die Deichbaumaßnahme in Wallach im Bereich Ellvericher Höfe bis zur Momm.

Quelle: RP
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