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Alpen
Möglichkeiten nach der Schule für Menschen mit Handicaps

Alpen. Zum neunten Mal lud die Bönninghardt-Schule zum Informationstag ein, bei dem sich Eltern über den möglichen beruflichen Werdegang ihrer Kinder mit Fachleuten austauschten. "Neun Fachstellen bauten im Foyer ihr Angebot um die Themenfelder Wohnen, Arbeiten und Freizeit auf. Von Sabine Hannemann

Schulleiter Lothar Petrikowski spricht von einem gut funktionierenden Netzwerk der verschiedenen Institutionen. "Wichtig ist die Kontinuität", sagt Eckhardt Noschinski, Lehrer in der Berufspraxisstufe. Christina Glogowski gehört zu den Besucherinnen, wie jedes Jahr. "Mir ist es wichtig, mich regelmäßig zu informieren. Vieles ändert sich. Das Wissen gibt mir Sicherheit für mein Kind", sagt die Mutter von Marian. Der 19-Jährige wird im nächsten Jahr die Bönninghardt-Schule verlassen und in die Werkstätten wechseln. "Das ist ein gravierender Schritt, der unser Leben verändern wird", sagt Christina Glogowski. Dank umfassender Informationen fühlt sie sich inzwischen gut aufgestellt. "Wir müssen unsere Sicherheit an unsere Kinder weitergeben."

Von notwendiger Unterstützung der Eltern spricht Angelika Lenz von der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe). "Wir begleiten individuell." Dass es für junge Menschen, je nach Grad ihrer Behinderung, Beschäftigungsmöglichkeiten gibt, lotet der Integrationsfachdienst Kreis Wesel aus. "Wir ermitteln die Stärken. Dazu zählen unter anderem Grad der Mobilität, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit. Mit dem Ergebnis lassen sich weitere berufliche Etappen planen und auch der Förderbedarf ermitteln", sagt Pädagogin Birgit Forstmann (Initiative Inklusion). Über ein Langzeitpraktikum ergeben sich oft berufliche Möglichkeiten, manchmal auch eine Ausbildung im Handwerk oder der Gastronomie. Das sind "Glücksfälle und noch die Ausnahme", fügt Noschinski hinzu.

Jan Köhler (16) ist Schüler in Bönninghardt. Aktueller Berufswunsch: Tierpfleger. "Um erste Erfahrungen zu sammeln, braucht er ein Praktikum", so Ruth Köhler, die zum ersten Mal da ist. Günter Karwath, Agentur für Arbeit, ist als Berater für Rehabilitanden und Schwerbehinderte, ein gefragter Gesprächspartner. Mit dem Schritt in die Berufswelt, beispielsweise in Werkstätten für Behinderte, ergibt sich Informationsbedarf. "Das erfordert intensive Beratung", weiß Karwath. Gabi Offermanns hat davon profitiert. Ihr Sohn Dennis (22) wird nach einem Praktikum in den Behindertenwerkstätten im Gartenbau arbeiten. Betreutes Wohnen ist der nächste Schritt. "Aber die Wartezeiten sind lang", sagt Gabi Offermanns. Ihr Fazit: "Man ist nicht allein. Wenn jetzt noch alles so klappt, einfach super." www.boenninghardt-schule.de

Quelle: RP
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