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Rheinberg
Musical "Schneekönigin" ist ein Plädoyer für Freundschaft

Rheinberg. Ein Märchen mit pädagogischem Anspruch Von Richard Diesing

Draußen war's noch nicht so richtig winterlich. In der Stadthalle aber führte passend zur Jahreszeit das "Theater mit Horizont" aus Wien am Samstag das Musical "Die Schneekönigin" auf. Das Stück richtete sich an ein Publikum "von vier bis 99 Jahren", wie es die Leiterin des Kulturbüros Vera Thuleweit ausdrückte. Die Schauspieler überzeugten das Publikum mit ihrem darstellerischen und gesanglichen Können. Kulturbüroleiterin Thuleweit hatte bereits öfter mit dem Wiener Ensemble zusammengearbeitet.

Die Stadthalle selbst ist komplett gefüllt, kein Platz ist mehr frei, als am Nachmittag das Stück beginnt. Die Handlung ist schnell erzählt: Gerda und Kay sind beste Freunde. Doch als der tollpatschige Troll-Teufel den Zauberspiegel fallen lässt und ein Splitter des Spiegels Kay trifft, ist er wie ausgewechselt. Auf einmal will er nicht mehr zusammen mit Gerda den Schneemann bauen. Stattdessen lässt Kay sich von der Schneekönigin in ihr Schloss bringen.

Von da an beginnt die Reise von Gerda und dem zum Leben erweckten Schneemann "Frosti", die sie zu wilden Räubern führt, die die beiden verspeisen wollen, und zu einem Prinzen und seiner Prinzessin.

Letztlich wird natürlich alles wieder gut. Kay wird gerettet. Die Schneekönigin erkennt, dass wahre Freundschaft auch das eisigste Herz schmelzen lässt. Deutlich wird, dass auch die böse Schneekönigin eigentlich nur einsam ist. Auch sie findet am Ende jemanden, der mit ihr in ihrem kalten Schlosses leben will.

Neben der vordergründigen Märchenhandlung ist die Zeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsenwerden Thema des Stücks. Nicht umsonst stellt Gerda Kay die Frage: "Werden wir noch Freunde sein, wenn wir erwachsen sind?" Auch Kays Veränderungen, die auftreten, nachdem er den Splitter abkriegt, deuten diesen Konflikt an. Kay benimmt sich erwachsener, will nicht mehr das mit Gerda machen, was ihm zuvor so viel Spaß bereitet hat.

Antwort auf die Frage, ob das Erwachsenwerden gut oder schlecht ist, gibt das Theaterstück nicht. Stattdessen stellt das Wiener Ensemble die Problematik kindgerecht dar und versucht, das Publikum anzuregen, selbst eine Antwort zu finden. Hinter der kindgerechten Handlung steckt ein pädagogischer Anspruch. Das ist es, was das etablierte Theater mit Horizont ausmacht.

Quelle: RP
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