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Rheinberg
Nach dem Abi erst einmal durchatmen

Rheinberg: Nach dem Abi erst einmal durchatmen
Jelena Miljanovic will bald studieren. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Sibylla Kohl, Jelena Miljanovic, Laurin Kraemer und Lars Dittrich sind vier der 144 Abiturienten des Rheinberger Amplonius-Gymnasiums. Sie erzählen, wie sie sich ihren nächsten Lebensabschnitt vorstellen. Von Nicole Maibusch

Nach Wochen der Paukerei steht für viele Abiturienten derzeit Erholung auf dem Programm. Einfach mal durchatmen und einen Gang zurückschalten.

Dazu gehört für Laurin Kraemer unter anderem ein Frühstück um 12 Uhr mittags. Vor wenigen Wochen noch undenkbar. Da galt es, fleißig für die Abi-Fächer Deutsch, Geschichte, Mathe und Erdkunde zu "büffeln". Jetzt allerdings schmiedet Laurin Pläne für die Zukunft. "Zunächst steht eine Motorradtour nach Holland an, dann geht es wahrscheinlich ganz spontan ab in die Sonne", sagt der 17-Jährige. Ein letztes Treffen mit allen Schulfreunden, deren Wege sich nach vielen gemeinsamen Jahren trennen. Voraussichtlich Anfang September startet Laurin in sein erstes großes Abenteuer - weit weg von zu Hause: Ein Jahr lang möchte er als Rucksackreisender durch Australien touren, neue Erfahrungen sammeln und sich orientieren. "Um den Aufenthalt zu finanzieren, werde ich vor Ort Gelegenheitsjobs annehmen", so Laurin. Und danach? "Das weiß ich noch nicht so genau", gibt der Rheinberger ehrlich zu. Freiwilliger Wehrdienst und ein Studium bei der Bundeswehr sei eine Option.

Mit ihren Freundinnen gemeinsam auf einem Schiff in Südholland - so kann Sibylla Kohl nach dem Dauerstress der letzten Wochen hervorragend ausspannen. Seit den Osterferien hatte sie sich konzentriert aufs Abi vorbereitet: Mathe, Biologie, Deutsch und Philosophie - das waren ihre Prüfungsfächer. "Es war schon anstrengend", so Sibylla, aber dank guter Organisation sei immer noch Zeit für Freunde und Hobbys geblieben.

Am 1. August beginnt Sibylla ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Biologischen Station im Kreis Wesel. Weg vom Schreibtisch, raus in die Natur. Landschaftspflege, Gänse zählen - das wird unter anderem zu ihren Aufgaben gehören. "Ich freue mich darauf, viel draußen zu sein und körperlich zu arbeiten", betont Sibylla. Ihr Jahr als "Bufdi" möchte sie nutzen, um Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, was danach kommt. Studium: ja. Aber welche Fachrichtung? "Das werde ich sicher nach meinem Jahr als 'Bufdi'" wissen," so Sibylla.

Zeit zum Relaxen nach dem Abi-Stress? Die war für Lars Dittrich sehr begrenzt: zwei Wochen Türkei-Urlaub mit der Freundin direkt im Anschluss an die mündliche Prüfung. Seitdem aber ist die Freizeit bei dem 18-Jährigen eher knapp bemessen. Statt den Sommer zu genießen, geht Dittrich arbeiten. Insgesamt fünf Wochen. Um Geld für den Umzug in die erste eigene Wohnung in Lüdenscheid zu verdienen. Am 1. August beginnt er dort ein Duales Studium zum Wirtschaftsingenieur.

So laufen bei ihm nun zwei Sachen parallel: Arbeiten und die Erledigung aller Formalitäten, die mit einem Umzug einhergehen. "Das ist auch gut so, denn das lernt man in der Schule nicht", sagt Lars Dittrich. Er konnte gelassen in seine Abiprüfungen in den Fächern Biologie, Erdkunde, Mathe und Deutsch gehen. Der Grund: Bereits im Herbst 2014 hatte der Abiturient von dem Unternehmen, bei dem er das Duale Studium absolviert, eine Zusage erhalten. "Ich musste nicht um jedem Punkt 'feilschen'", so Dittrich.

Auch für Jelena Miljanovic sind die Prüfungen in ihren Abi-Fächern Englisch, Erdkunde, Spanisch und Mathematik gelaufen. "Ich habe mir das schlimmer vorgestellt", resümiert die 18-Jährige, die die kommenden Monate nutzen will, um sich zu orientieren. Ein Urlaub mit der Familie steht auf dem Plan, aber auch eine Reise, bei der sie komplett auf sich allein gestellt sein wird. Ziel: bislang noch unbekannt. Für die Abiturienten steht fest, dass sie im nächsten Jahr ein Studium beginnen möchten. Entweder ein Lehramtsstudium oder aber "Internationale Beziehungen". "Das ist die perfekte Kombination meiner Leistungskurse", sagt Jelena, die derzeit noch bei ihren Eltern wohnt.

Quelle: RP
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